Ein Spiel wie ein Spielfilm, so könnte man Brothers in Arms beschreiben. Der Spieler befindet sich im 2.Weltkrieg und beginnt das Spiel mit seinem Tod. Anschließend beginnt die Story, wie es dazu kam. Fallschirmabsprung über Frankreich und die Suche nach der eigenen Einheit. Alle Spieler die von Call of Duty gefesselt waren erkennen hier schon die Parallele wieder, denn mit einem Fallschirmsprung begann auch dieses Spiel. Doch schon hier sammelt Brothers in Arms den ersten Minuspunkt, denn wer im Krieg landet, bekommt zuvor eine Ausbildung. In Call of Duty absolvierte man einen kurzen Crashkurs im Umgang mit den Waffen und der Steuerung bevor es ernst wurde. In Brothers in Arms lernt man die Steuerung inmitten der ersten Missionen, was die Spielfilmatmosphäre oft stört.
Insgesamt ist die Steuerung etwas unglücklich, da bei Brothers in Arms auch Kameraden und sogar Panzer befehligt werden können gibt es noch wesentlich mehr Steuerungsarbeit zu verrichten. Mal abgesehen davon, dass der Spieler dadurch abgelenkt wird um zu schauen wo die Kameraden bleiben, ist auch das Zielen auf Gegner unnötig schwer. Es ist beinahe unmöglic,h aus etwas Entfernung einen Gegner niederzustrecken ohne in den Schussmodus gewechselt zu haben, was Zeit und Übersicht kostet. In diesem Ansichtsmodus zielt man dann per Kimme und Korn auf den Feind, dabei wackelt unser Soldat unruhig durch die Gegend, so wird ein gezielter Schuss schwer. Ein gezielter tödlicher Schuss aus dem Hinterhalt wird dadurch auch schon mal zum „Hallo ich bin’s der Feind Schuss“. Als Spieler sitze ich doch schon selbst mit zitternder Hand an der Maus, warum muss dann mein Pixelsoldat auch noch in Parkinsonmanier mir den Schuss vollends versemmeln?
Leider agieren auch die Kameraden etwas ungeschickt, laufen gerne mal vor der schützenden Mauer her und lassen sich die eine oder andere Kugel verpassen. Durch die Spielerbefehle wie „Sammeln“ oder „Festsetzen“ reagieren die Kameraden wenigstens halbwegs auf die Wünsche und somit lassen sich ein paar Taktiken realisieren. Jedoch ist letztendlich das Schema immer gleich, den Feind hält man unter Beschuss und macht sich dann auf, die Flanke zu umlaufen, um den Gegner von der Seite oder aus dem Hinterhalt zu eliminieren. Auf Dauer würde Abwechslung nicht schaden. Dadurch, dass Gegner auch noch mit einer Anzeige versehen werden wie beschäftigt dieser gerade ist fallen auch überraschend auftauchende Gegner und damit verbundene Handlungswendungen beinahe flach. Nach einiger Zeit kommt der Spieler sich selbst vor wie ein Pixelsoldat mit einsprechender KI, Gegner suchen, festsetzen, Flanke umlaufen, töten und weiterhin dem Kompass zum Missionsziel folgen...
Jeder, der in Call of Duty die Atmosphäre genossen hat und im legendären Level “Stalingrad” das Highlight einer Kriegssimulation erlebte (bei diesem Level kann auch definitiv von einem Antikriegsspiel gesprochen werden, so wie es auch Antikriegsfilme gibt), erwartet von ähnlichen Spielen auch ähnliche Spieltiefe. Brothers in Arms kann hier nicht mithalten. Es wird zwar versucht die eigene Spielperson und auch die Kameraden in Zwischensequenzen dem Spieler ans Herz wachsen zu lassen, doch ist dies nur Beiwerk. Spieltiefe und Atmosphäre zieht ein Spiel noch immer aus dem Ablauf im Spiel. Die Story ist zwar stimmig, aber dennoch fehlt bei Brothers in Arms die Bindung ans Spiel, zu keiner Gelegenheit zieht das Spiel den Spieler so in seinen Bann, dass er unbedingt weiter spielen möchte.
Brothers in Arms bietet zu viele Kritikpunkte, die es zu einem mittelmäßigen Zeitvertreib machen, alle Spieler die andere Spielehighlights bereitliegen haben, wird die Wahl nicht schwer fallen und sich für ein Highlight entscheiden und nicht für Mittelmaß. Wer jedoch gerade in einem Spieleloch sitzt und gerne eine Runde Weltkriegsshooter spielen möchte, kann mit Brothers in Arms auch etwas anfangen.
2. Weltkriegsshooter: ein Genre das durch Call of Duty aus der Versenkung kam und Trittbrettfahrer herauf provozierte.