Deutschland - ein Sommermärchen

Wir haben gefiebert, gejubelt und am Ende unglaublich gelitten. Die Fußball WM im eigenen Land war ein Highlight dessen wir uns sehr lange erinnern werden. Manche Dinge werden auf ewig mit einzelnen Situationen verknüpft sein. "Wo warst Du beim Eröffnungsspiel?", "Wie hast Du die ersten 20 Minuten gegen Schweden erlebt?" oder "Wie traf Dich das 0:2 gegen Italien?" - die Antworten werden wir jederzeit parat haben.

So wird also ein Dokumentarfilm über die deutsche Nationalmannschaft während der Fußball WM 2006 zu einem Stück zeit- aber auch persönliche Geschichte. Die Chronologie der WM des deutschen Teams mit den Blicken in die Kabine oder das Hotelleben macht zudem Spaß und zeigt auch die Mannschaft auf ganz besondere Art. Der Film von Sönke Wortmann ist wohl auch inspiriert von "Les Yeux dans les Bleus" der die Geschichte und Hintergründe der französischen Mannschaft während deren Titelgewinn 1998 zeigt. Für den deutschen Film mußte der 3. Platz als HappyEnd herhalten, was den Film dramaturgisch sogar dienlich ist. Etwas Leid und Tragik kann einem solchen Film nicht schaden.

Doch mit dem Wissen rund um die Charaktere innerhalb des Teams wird der Film zu einem aufschlussreichen Dokument. So ist die langgeführte Torwartdiskussion mit einem faden Beigeschmack behaftet, wenn in dem Film zu sehen ist wie Teammanager Bierhoff neben seinem guten Kumpel Lehmann in der Kabine sitzt und Oliver Kahn in sich gekehrt bis abwesend agiert. Das gute Verhältniss Bierhoff-Lehmann war schon zu Sat.1 Champions League Zeiten zu beobachten, wo Bierhoff als Kommentator den guten Draht zu Arsenalspieler Lehmann hatte. Aber auch die Poldi-Schweini Connection bekommt durch den Film eine besondere Note. Nach den knapp 2 Stunden Film bekommt man eine Idee welch Material wohl unter den Tisch gefallen sein muss, manchmal kommt das Resultat wie Stückwerk daher.

Tragischerweise leidet die Atmosphäre des Films genau wo es laut allen Trainern der Welt am wichtigsten ist: "Wichtig ist auf'm Platz!" Doch leider ist auf dem Platz nur melodische Musik zu hören, kaum eine Szene aus dem TV-Übertragungen oder vielleicht mal von den Radioreportagen die eine Stimmung wiedergeben die im Lande die Menschen erreichte.

Doch alles in allem ist der Film eine wunderbare Erinnerung an den Sommer der uns soviel Freude bereitet hat und eine Hommage an die dafür verantwortlichen Personen - die deutsche Nationalmannschaft und deren Fans - 82 Millionen.

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