Experience112

experience112_03Herumlaufen, einsammeln und labern, bis die Kauleiste schmerzt – Adventures erschöpfen sich oft und gerne in ihren klassischen Klischees. Neuerungen lassen sich zumeist nur mit der Lupe finden und erkennen. „Experience112“ aus der Schmiede von Lexis Numérique, die bereits mit der „In Memoriam“ Reihe auf sich aufmerksam machen konnten, ist erfrischend anders.

<a href="/dauerbrenner/experience112"><img class="g2image_float_right" src="/d/21088-3/experience112_03.jpg?g2_GALLERYSID=a00da8deb42c2473eb40e205fd9c4e7d" alt="experience112_03" title="experience112_03" width="175" height="86" /></a>Herumlaufen, einsammeln und labern, bis die Kauleiste schmerzt – Adventures erschöpfen sich oft und gerne in ihren klassischen Klischees. Neuerungen lassen sich zumeist nur mit der Lupe finden und erkennen. „Experience112“ aus der Schmiede von Lexis Numérique, die bereits mit der „In Memoriam“ Reihe auf sich aufmerksam machen konnten, ist erfrischend anders.

experience112_08Mit dem Sprung eines Delphins aus dem Meer beginnt „Experience112“. Kurz nachdem der Delphin wieder ins kühle Nass eintaucht, verlässt der Kamerafokus das Säugetier und folgt einem Vogel auf seinem Rundflug entlang der Steilküste einer Insel. Plötzlich gelangt ein Schiff ins Blickfeld. Auf Grund gelaufen und verwachsen mit der Umgebung scheint es dort bereits seit langer Zeit zu liegen.

experience112_09Die Kamera löst sich von dem Vogel, erkundet den Außenbereich des Schiffes und dringt durch ein Bullauge in den metallenen Käfig ein. Verlassen und tot zeigt sich das Innere des Schiffes. Das einzige Zeichen menschlicher Präsenz scheint ein regloser Körper – und geronnenes Blut auf dem kalten Metallflur. Doch schließlich macht die Kamera halt in einer Kabine. Eine junge Frau liegt dort auf dem Krankenbett, die Fußknöchel umwickelt von Mullverbänden.

experience112_07Sie wacht auf, liest den Brief, der neben ihrem Bett liegt: „Lea, wenn Du diesen Brief liest, bedeutet das, dass Du überlebt hast – ein schreckliches Ereignis!“
Wer ist Lea? Wer schrieb ihr diesen Brief? Und vor allem: Was hat es auf sich mit dem verlassenen Schiff und der scheinbar einzigen Überlebenden eines „schrecklichen Ereignisses“?

experience112_16„Experience112“ stellt Fragen – und gibt Antworten. Kurz nachdem Lea Nichols aufwacht, tritt sie direkt mit uns in Kontakt, bittet um unsere Hilfe, da sie sich an nichts erinnern kann. Das besondere an „Experience 112“ ist dabei die Art, wie wir mit der Spielwelt agieren. Hier wird nicht adventuretypisch wild herumgesammelt, bis das Inventar aus allen Nähten platzt - „Experience112“ spielt sich innovativ. Ohne Inventar, ohne direkte Möglichkeit, den Spielcharakter zu steuern. Mittelbar eben.

experience112_23Zu Beginn jedes Spiels loggen wir uns ein in das Informations- und Kamerasystem des Schiffes. Die einzige Möglichkeit, mit Lea Nichols in Kontakt zu treten, funktioniert über die Manipulation von Gegenständen, Lichtquellen und Kameras über eine Grundrisskarte des Schiffes. Soll sich Lea Nichols den düsteren Raum des Professors anschauen, so genügt ein Klick auf das entsprechende Symbol auf der Karte. Befindet sich Lea in Hör- und Sichtweite, folgt sie der Anweisung und schaut sich den Raum an. Eingreifen in das, was geschieht, lässt sich immer nur indirekt. Beobachtet wird alles durch die Augen der Kameras, die sich über die Grundrisskarte aktivieren lassen und mal glasklar, mal unscharf, mal völlig verrauscht ein Bild davon liefern, was auf dem Schiff geschieht.

experience112_04Durch diese besondere Art der Kommunikation mit Lea und der eingeschränkten Möglichkeit, sie zu steuern, entsteht eine besondere Atmosphäre. Die Protagonistin, die wir da beobachten, ist nicht einfach nur ein müder 0815-Adventure Charakter, der in gängiger Genre-Manier durch die Spielwelt geführt wird, sondern wird zu einer eigenen Persönlichkeit.

experience112_28Freilich lassen sich an „Experience112“ auch Negativpunkte finden. So sinkt die Framerate in den Keller, wenn mehr als eine Kamera aktiviert ist und das Geschehen beobachtet, oder gestaltet sich die Erkundung des Schiffes mitunter als langweilige Lauferei. Den spieleigenen Charme können diese Schwächen aber nicht überdecken. Mit „Experience112“ strömt endlich frischer Wind durch das oft mit allzu viel Inventarkram und sperriger Pseudo-Logik zugestellte Genre der Adventuregames. „Experience112“ ist eine feine Sache – eine schimmernde Spieleperle, gut versteckt im Meer des Einerlei.

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"Experience112" - Endlich neue Ideen im Adventuregenre.

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Auf einen Blick: Die Wertung
Grafik
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"Experience112" - Endlich neue Ideen im Adventuregenre.

Sound
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Steuerung
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Atmosphäre
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Motivation
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Bunnyfaktor
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