Geheimakte: Tunguska Spielbesprechung

geheimakte_tunguska01Gewürzt mit fordernden Rätseln, wunderschön gezeichneten Schauplätzen und einer mitreißenden Story, die bis zum Finale Spaß macht, nimmt sich „Geheimakte: Tunguska“ alten Tugenden des Adventure-Genres an und offenbart sich als neuzeitliche Perle unter den Adventures. Die spannende Story: Das Mysterium und Phänomen des Tunguska-Ereignisses.

<a href="/?q=node/46"><img class="g2image_float_right" src="/galerie/main.php?g2_view=core.DownloadItem&amp;g2_itemId=2678&amp;g2_serialNumber=2&amp;g2_GALLERYSID=5384c4a71cfe9170f3902c00ba848e75" alt="geheimakte_tunguska01" title="geheimakte_tunguska01" width="175" /></a>Gewürzt mit fordernden Rätseln, wunderschön gezeichneten Schauplätzen und einer mitreißenden Story, die bis zum Finale Spaß macht, nimmt sich „Geheimakte: Tunguska“ alten Tugenden des Adventure-Genres an und offenbart sich als neuzeitliche Perle unter den Adventures. Die spannende Story: Das Mysterium und Phänomen des Tunguska-Ereignisses.

geheimakte_tunguska16 Rund 700 Kilometer nordwestlich des Baikal-Sees kämpft sich die Steinige Tunguska ihren mehr als 1800 Kilometer langen Weg durch das sibirische Russland. Wenige tausend Meter von der Stelle entfernt, wo die beiden Quellflüsse Tetere und Katanga sich in der Steinigen Tunguska vereinigen, liegt der Ort Wanawara, in dessen mittelbarer Nähe sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Ereignis zutrug, das noch bis heute den Sachverstand und die Einbildungskraft von Wissenschaftlern, Schriftstellern, Verschwörungstheoretikern und Hobbyastronomen beansprucht.

geheimakte_tunguska17Eine mächtige Explosion erschüttert in den frühen Morgenstunden des 30. Juni 1908 die örtliche Taiga in 65 Kilometer südöstlicher Entfernung von der Ewenkensiedlung Wanawara. Rund um das Epizentrum werden 2100 Quadratkilometer Wald, etwa 60 Millionen Bäume, durch die Explosion, die in mehreren Kilometern Höhe stattfindet, teils entwurzelt, teils umgeknickt. In Wanwara werden Fenster und Türen eingedrückt. Noch in mehr als 500 Kilometern Entfernung nehmen Reisende der Transsibirischen Eisenbahn das Phänomen als hellen Feuerschein, starke Druckwelle und Donnergrollen wahr.

geheimakte_tunguska37 Was genau in der sibirischen Tunguska-Region am 30. Juni 1908 geschah, ist bis heute ungeklärt. Vermutungen und Deutungen über die Ursache der Explosion existieren jedoch in Hülle und Fülle. Die Hypothesen reichen von explodierten Raumschiffen außerirdischer Besucher über die Verwüstungskraft eiserner Vögel des tungusischen Donnergottes Agdy, bis hin zu Theorien von Spiegelmateriekörpern, abgestürzten Meteoriten oder einer gigantischen Fontäne aus Öl und Gas, die 1908 explodierte.

geheimakte_tunguska14Was auch immer in der sibirischen Tunguska-Region geschah, es ist nicht nur Stoff für gewagte Hypothesen, sondern auch Basis spannender Stories. So widmete die Mysteryserie „Akte X“ dem Thema zwei Folgen ihrer vierten Staffel, Science-Fiction Autor Isaac Asimov beschäftigte sich in einem Essay mit der Frage nach dem Wesen des Tunguska-Ereignisses. Knapp 80 Jahre nach dem Mysterium greift nun das Adventure „Geheimakte: Tunguska“ die Frage nach dem Ursprung des Phänomens wieder auf. Nina Kalenkow ist die Tochter des renommierten Wissenschaftlers Wladimir Kalenkow, der in jungen Jahren die Tunguska Region bereiste, um dem Mysterium „Tunguska Ereignis“ auf die Schliche zu kommen.

Personen in schwarzen Roben

geheimakte_tunguska04Als Nina ihren Vater eines Abends von seinem Arbeitsplatz, dem Museum, zum gemeinsamen Essen abholen möchte, trifft sie auf ein heilloses Durcheinander. Im Büro ihres Vaters herrscht das Chaos. Schränke und Schubladen wurden durchwühlt, ihr Inhalt findet sich auf dem Fußboden wieder. Von Kalenkow fehlt jegliche Spur. Nina findet nach kurzer Suche den Hausmeister. Er hat sich in einem geheimen Räumchen versteckt und stammelt etwas von Personen in schwarzen Roben. Wladimir Kalenkow wurde entführt, keine Frage. Wohin und aus welchem Grund, das wird Ninas Aufgabe in den nächsten mehr als 20 Spielstunden sein.

Vorgerenderte Szenerie

geheimakte_tunguska34Auf der Suche nach ihrem Vater bereist sie Russlands Sibirien, Irland, Deutschland, Kuba, ja sogar die Antarktis. Allen Orten gemein ist die überaus liebevolle, detaillierte und stimmige optische Umsetzung der vorgerenderten Szenerie. Wenn Nina an der Steinigen Tunguska steht, die Landschaft getaucht in das satte Grün des Waldes, oder der Blick über das weitläufige sibirische Land schweift, am Horizont eine geheimnisvolle Forschungsstation, hüpft der Augapfel vor Freude.

Klassisches Point & Click

geheimakte_tunguska35„Geheimakte: Tunguska“ hat sich den Spielspaß auf die Fahnen geschrieben – das merkt man gleich in den ersten Handlungsorten. In feinster traditioneller Adventuremanier geht es dank klassischem Point & Click an die Lösung zahlreicher Rätsel. Das Inventar füllt sich wie gewohnt mit zahlreichen Gegenständen, die munter kombiniert und eingesetzt werden wollen. Alles wird mitgenommen, was nicht niet- und nagelfest ist. Dabei muss jedoch nicht jedes Millimeterchen auf dem Monitor nach Einpackbarem abgesucht werden.

Rätsel auf fairem Niveau

geheimakte_tunguska25Die „Snoop-Key“ getaufte Hilfe offenbart auf Knopfdruck alle Hotspots der jeweiligen Orte. Den Verstand um die Ecke biegen ist oft notwendig, jedoch glücklicherweise nicht so heftig, dass die letzten aktiven Gehirnzellen beim um-die-Ecke-biegen draufgehen. Die Rätsel bei „Geheimakte: Tunguska“ bewegen sich allesamt auf lösbarem und fairem Niveau, so dass sich Erfolgserlebnisse und ein wohliges Gefühl, tief in die Handlung eingebunden zu sein, schnell einstellen.

Angelfreudiger Bauarbeiter mit Lottosucht

geheimakte_tunguska21„Geheimakte: Tunguska“ bereichert das Adventure-Genre mit einer vielseitigen Story und hochwertig umgesetzten Dialogen. Jeder Charakter hat seine eigene Stimme und seine eigenen Marotten. Von Nina über Max, hin zu nur kurz auftauchenden Persönchen wie dem Sowjet-Söldner mit Hang zum Verbiegen von Metallgegenständen oder dem angelfreudigen Bauarbeiter mit Lottosucht trifft Nina auf einige liebenswerte Originale auf ihrem Weg, die Geheimnisse um das Verschwinden ihres Vaters zu ergründen. Es ist ein langer Weg, den wir mit Nina zu gehen haben, bis am Ende mal wieder die Rettung der Menschheit ansteht. Und den ganzen Weg über lässt einen dabei das Gefühl nicht los, da mal wieder ein tolles Adventure, ein abgeschlossenes, rundes und mit viel Liebe zum Detail erstelltes Adventure zu spielen. Hut ab vor „Geheimakte: Tunguska“.

Wertung
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Sauber. Geheimakte: Tunguska macht Spaß und motiviert bis in die klick-strapazierten Fingerspitzen.

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Auf einen Blick: Die Wertung
Grafik
7
82

Sauber. Geheimakte: Tunguska macht Spaß und motiviert bis in die klick-strapazierten Fingerspitzen.

Sound
7
Steuerung
10
0
Atmosphäre
8
Motivation
8
Bunnyfaktor
9