Swat 4 - Egotrips ausgeschlossen

swat4_20Dass die Fortsetzung zur Fortsetzung der Fortsetzung besser ist als das Erstlingswerk, gibt es wohl nur in der Computerspielewelt – wer würde schon Dirty Dancing 4 verkraften? Mit SWAT4 geht’s schnurstracks dank taktischem Tiefgang, wunderschöner Grafik und ausgefeiltem Gameplay aufs Siegertreppchen. Dabei kann der vierte Sprössling der SWAT-Reihe vor allem mit seiner dichten und spannenden Atmosphäre überzeugen.

<a href="/?q=node/54"><img class="g2image_float_right" src="/galerie/main.php?g2_view=core.DownloadItem&amp;g2_itemId=6723&amp;g2_serialNumber=2&amp;g2_GALLERYSID=09cf674b838e97190f1350def15dcf7b" alt="swat4_20" title="swat4_20" width="175" /></a>Dass die Fortsetzung zur Fortsetzung der Fortsetzung besser ist als das Erstlingswerk, gibt es wohl nur in der Computerspielewelt – wer würde schon Dirty Dancing 4 verkraften? Mit SWAT4 geht’s schnurstracks dank taktischem Tiefgang, wunderschöner Grafik und ausgefeiltem Gameplay aufs Siegertreppchen. Dabei kann der vierte Sprössling der SWAT-Reihe vor allem mit seiner dichten und spannenden Atmosphäre überzeugen.

swat4_4Als hätte es etwas zu verbergen, so steht es da, das Haus der Fairfax-Familie, inmitten nordamerikanischer Vorstadtidylle. Ein hoher Bretterzaun schützt das Gebäude vor allzu neugierigen Blicken – eine blutige Maske der Alltäglichkeit, wie sich wenig später herausstellen wird.Als ich mit den vier Kollegen des S.W.A.T. an einem kalten Morgen um 4 Uhr 43 am Einsatzort eintreffe, ziehen dunkle Wolken über den Himmel, der Mond strahlt sein kaltes Licht auf das Haus ab. In der Einsatzbesprechung werden letzte Details abgestimmt: Eindringen in das Haus durch die Vordertür und Auswahl der Arbeitswerkzeuge. Ich wähle das nicht-tödliche Schrotgewehr und packe zahlreiche Bohnensäckchen-Geschosse ein, um Verdächtige bewegungsunfähig zu machen, anstatt zu töten.

Spuren von DNS

swat4_3Im Haus soll sich Gladys Fairfax die Mutter des Hauptverdächtigen Lawrence befinden. Vermutet wird darüber hinaus, dass sich eine weitere Person im Gebäude befindet: Melinda Kline, Jurastudentin des hiesigen College. Seit sechs Tagen fehlt von ihr jede Spur. Alle Indizien deuten darauf hin, dass Lawrence Fairfax die junge Frau in seiner Gewalt hält. Und das ist längst nicht alles, was der als Zimmermann an einem städtischen College angestellte auf dem Kerbholz zu haben scheint. Im Laufe von eineinhalb Jahren verschwanden sieben junge Frauen, allesamt Studentinnen am städtischen College. Ihre Leichen wurden wenige Wochen später gefunden – verstümmelt und gezeichnet von Folter. Der Täter ging geschickt vor, hinterließ keine Spuren – bis auf sein letztes Opfer, das heute Morgen gefunden wurde. Die Gerichtsmedizin konnten unter den Fingernägeln Spuren von DNS sicherstellen, die auf eine befragte Person zutreffen: Lawrence Fairfax.

Ein ach so lieber Kerl

swat4_5Zu fünft stehen wir nun vor der Haustüre. Ein Kürbis starrt uns mit dreister Fratze an. Ich gebe den Befehl zum Eindringen. Da die Türe verschlossen ist, kommt Plastiksprengstoff zum Einsatz. Eine Explosion und die Tür entmaterialisiert sich, fliegt aus ihren Angeln. Wir stürmen in das Haus. Raum für Raum wird gesichert, jede kleinste Ecke wird überprüft, ob sich dort jemand versteckt hält. Dann: Eine alte Frau stürmt auf uns zu, wild schreiend, ihr Sohn sei doch ein so lieber Kerl. Sie weiß bereits, worum es geht. Sie weiß, dass es um ihren Sohnemann geht. Als die Hände der alten Dame dank Kabelbinder gesichert sind, lugt der Kopf eines Mannes aus einer Tür heraus. Schnell schließt sich die Tür wieder – er will sich verschanzen.

Weiter, immer weiter

swat4_6Wir durchbrechen die Türe und stehen plötzlich vor der Person. Er zielt auf uns mit einer Handfeuerwaffe. Ein Schuss mit dem nicht-tödlichen Schrotgewehr und er liegt hustend auf dem Boden. Keiner Bewegung mehr fähig resigniert er, legt die Waffe auf den Boden und lässt sich die Hände fesseln. Diesen Mann haben wir nicht erwartet. Kein Wort in der Einsatzbesprechung von einer weiteren Person im Haus. Es hätte schnell vorbei sein können, mit unserem Team.Weiter, immer weiter dringen wir vor, stehen schließlich im Keller vor einer Türe. Die letzte Türe – alle anderen Räume sind bereits überprüft und gesichert. Ich bitte meinen Kollegen darum, unter der Türe mit einem Spiegel den Raum zu checken. „Eine Person, bewaffnet“, meldet er. Ich zwinge mich zum Nachdenken. Nachdenken, aber schnell. Sonst ist es vielleicht um die zwanzigjährige Melinda Kline geschehen – wenn es das nicht schon bereits ist: zu spät. Ich ordne an, die Tür zu öffnen und jede Person im Raum mittels Tränengasgranate bewegungsunfähig zu machen.


Der Job: Leben retten und Leben nehmen

swat4_7Was dann folgt, ist ganz großes Kino. Der speckige, unansehnliche Lawrence Fairfax liegt auf dem Boden, hält sich die Hände vor die Augen und hustet. Überall im Zimmer finden sich Zeitungsausschnitte. Die Wände sind mit Zeitungsberichten tapeziert. Sie zeigen die verschwundenen College Studentinnen. Unzählige Schlagzeilen dokumentieren die toten Frauen: verstümmelt, gefoltert, aufgefunden. Tot. Die Kollegen nehmen Lawrence fest, ich dringe derweil alleine vor, um möglichst schnell zu retten, was zu retten ist.In einem unscheinbaren Raum finde ich Melinda. Sie zittert und sieht arg mitgenommen aus; aber sie lebt. Und das ist mein Job als Leiter des SWAT-Teams: Leben retten und Leben nehmen.

Hochspannungsunterhaltung bis in die kleinste Pore

swat4_1Der vierte Teil der SWAT-Reihe ist schlaue Hochspannungsunterhaltung bis in die kleinste Pore. An den verschiedenen Einsatzorten ist neben Beherrschung des Waffenarsenals und der korrekten Anleitung des Teams vor allem ein kühler Kopf gefragt. Erste Grundlagen, wie man sich am besten in Situationen extremer Anspannung verhalten sollte und eine Einführung in taktische Finesse gilt es bereits im Tutorialmodus zu erlernen. Hier wird auf zahlreichen Trainingsparcours an den Umgang mit den verschiedenen Waffen und Werkzeugen der Spezialeinheit SWAT herangeführt.

Unzählige Möglichkeiten

swat4_10Unzählige Möglichkeiten des Vorgehens bieten hier Waffen wie Pfeffergewehr oder die durchschlagskräftige Maschinengewehrwumme. Gleichermaßen viele Möglichkeiten bietet das Interface von SWAT4, das kontextabhängig, je nach betrachtetem Gegenstand oder Raumsituation diverse Optionen wie „Schloss knacken“, „unter der Tür spiegeln“, usw., anzeigt, die über Mouseklick ausgeführt werden können. So lässt sich dann per Anweisung aus sicherer Entfernung zum verdächtigen Raum selbiger von den Kollegen mit Tränengas sättigen.Separat zuschaltbare Monitore halten ständig auf dem Laufenden, was bei den Teammitgliedern geschieht und lassen darüber hinaus die Teamkollegen steuern. Besonders nützlich ist diese Funktionalität, wenn der Scharfschütze eine verdächtige Person sichtet. Per Monitor wird der Mann auf dem Dach zum alter Ego und darf ferngesteuert werden. Fit ist man nach den Trainingsmissionen insofern, als dass man sein Handwerk einigermaßen beherrscht.

Jeder falsche Schritt wird bestraft

swat4_9Bei den Einsätzen läuft dann der Denkapparat auf Hochtouren. Das einmal Gelernte muss in den Missionen korrekt eingesetzt werden, um Geiselnahmen zu unterbinden, oder gegen paramilitärische Kräfte zu agieren. Die Einsatzbesprechungen zeichnen dabei ein atmosphärisches Bild der Situation und ihren Hintergründen. So geht es in den Missionen nicht um x-beliebige Computerbots, sondern gegen fingierte Personen mit eigener Geschichte.So schnell dann ein Einsatz beginnt, so schnell kann er auch wieder vorbei sein. Bei SWAT muss sehr bedacht und taktisch klug vorgegangen werden. Alleingänge etwa sind etwa von ebengroßem Erfolg gekrönt, wie an Karneval nüchtern zu bleiben. Jeder falsche Schritt wird bestraft. Die Folgen für das Team können dabei verheerend sein.

swat4_17Da in den Missionen nicht gespeichert werden darf, ist also äußerste Vorsicht gefragt und ein durchdachtes Vorgehen gefordert. Ist die Mission vorschnell vorbei, weil der Gegner mal wieder schneller war, ärgert man sich vornehmlich über sich selbst: Man war mal wieder zu voreilig und hat den Typ mit der Waffe übersehen. An der Motivation, dieselbe Mission ein zehntes Mal anzugehen, mangelt es dank des flexibel anpassbaren Schwierigkeitsgrades nicht. Je nach Voreinstellung müssen 0 bis maximal 95 Prozentpunkte geholt werden. Die Punkte müssen verdient werden. So gibt’s für jeden sichergestellten Beweisgegenstand und jede Meldung eines Ereignisses an die Einsatzzentrale Punkte. Massig Abzüge gibt’s für jede unnötig angewandte Gewalt.

Holzen wie die Wilden

swat4_16Für Ärger sorgt zuweilen die stellenweise etwas unlockere künstliche Intelligenz der Computergegner und auch der eigenen Teammitglieder. So stehen die vier Jungs gerne ’mal hölzern in der Gegend herum und versperren den Weg, oder holzen wie die Wilden jede Person ins Jenseits, die sich im Raum befindet.Im Mehrspielermodus zählt eine unfitte künstliche Intelligenz jedoch nicht mehr zu den Argumenten für vermasselte Missionen. Hier geht’s im Kooperationsmodus gemeinsam mit bis zu fünf Spielern durch die Spielmissionen oder in zahlreichen Modi wie VIP-Eskorte oder Schnelleinsatz mit bis zu 16 Personen durch eigene Schauplätze.13 Missionen wollen in SWAT absolviert werden. Das ist jede Menge Arbeit. Die dichte, unheimliche, Atmosphäre und knackige Grafik machen SWAT4 zum Taktik-Leckerbissen auf heimischen Festplatten – Egotrips ausgeschlossen.

Wertung
9
8
8
8
9
7
8

Erst denken, dann Handeln: SWAT4 ist nichts für Menschen mit zittrigem Zeigefinger und Hang zum Multikill. So wird bei SWAT4 jeder nicht-abgeschossene Gegner mit Punkten belohnt. Für hohes Wiederspielpotenzial ist mit dem vielfältigen Mehrspielermodus gesorgt.

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Auf einen Blick: Die Wertung
Grafik
9
81

Erst denken, dann Handeln: SWAT4 ist nichts für Menschen mit zittrigem Zeigefinger und Hang zum Multikill. So wird bei SWAT4 jeder nicht-abgeschossene Gegner mit Punkten belohnt. Für hohes Wiederspielpotenzial ist mit dem vielfältigen Mehrspielermodus gesorgt.

Sound
8
Steuerung
8
Multiplayer
8
Atmosphäre
9
Motivation
7
Bunnyfaktor
8