Denn viel mehr erwartet einen nicht nach der Installationsroutine von „FIBA Basketball Manager 2008“, 'mal abgesehen von dem Soundtrack und der musikalischen Untermalung mit stumpfem 120 BPM Schmalspurhakke mit Klaviergedudel in Brüllwürfelqualität, oder der Herausforderung, durch die unübersichtlichen Spielmenus und der mit Tabellen zugestopften Spieloberfläche zu steigen. Mal abgesehen von der blau-gelb-rot-schwarzen Einerlei-Optik und den kantigen Sinnlosanimationen in denen kleine Männleins durch die Sporthalle flitzen wie amphetamingefütterte Ameisen auf der Suche nach Futter.
Armutszeugnis
Zwar greift der „FIBA Basketball Manager 2008“ auf eine umfangreiche Datenbank von über 650 Originalspielern zurück und präsentiert alle Mannschaften und Spieler der Basketball-Bundesliga. Im Spiel kommt von dem Umfang jedoch nur ein lauwarmes Lüftchen an. Da ist's unwichtig, ob man sich den Karrieremodus, den Eurobasket- oder den Championship-Modus vornimmt, oder im freien Spiel die Managerkarriere startet: „FIBA Basketball Manager 2008“ spielt sich immer gleich schnarchig. Unzählige Einstellmöglichkeiten verbauen die Möglichkeit, mit dem Spiel Spaß zu haben – von der Monotonie des Tagesgeschäfts (Mails abrufen, Spieler ins Training schicken, etc.) ganz zu schweigen.
Das größte Armutszeugnis stellt dem Spiel jedoch die Zeiteinteilung aus: Jedes Viertel läuft nicht – wie in den Verbänden üblich, die der FIBA angehören – über 10 Minuten, sondern über 12 Minuten (Spielzeit der NBA). Peinlich.
Frühe Betaversion?
Da greift man automatisch nach dem Handbuch, ob das denn schon alles gewesen sein kann, oder ob vielleicht einfach nur eine frühe Betaversion des Spiels auf der Festplatte gelandet ist. Mit jenem Heft verstärkt sich jedoch der Eindruck, mit „FIBA Basketball Manager 2008“ ein lieblos zusammengezimmertes Produkt erstanden zu haben. Neben Unaufgeräumtem wie überflüssigen Sonderzeichen, die den wachen Augen der Korrektur offenbar entgangen sind (Seite „Angriffstaktiken“ und „Verteidigungstaktiken“) ist sich schon das zwanzigseitige Handbuch unsicher, wie es „uns“ anreden soll: „Euro Basket – In diesem Spielmodus hat der Spieler nun die Möglichkeit die EuroBasket nachzuspielen. Mit einem europäischen Nationalteam deiner Wahl beginnst du die Gruppenphase der EuroBasket. Bezwinge deine Gegner und führe deine Mannschaft zum europäischen Titel“.
Egal, ob „der Spieler“ oder „Du“ – das klingt einfach unfertig. Von einem Vollpreisspiel lässt sich weitaus mehr erwarten.
Gestrandet auf einer einsamen Insel
Wie stellt man sich die Hölle vor? Gemeinsam mit Saddam & Co. am Mittagstisch? Ein ewig andauerndes Musikfestival, auf dem von morgens bis abends deutsche Volksmusik gespielt wird – Tag und Nacht, ohne Fluchtmöglichkeit? Nein, viel schlimmer. Hölle ist, auf einer einsamen Insel zu stranden, nur ausgerüstet mit einem Notebook (ewig voller Akku selbstverständlich) und nur ein Spiel auf der Festplatte: „FIBA Basketball Manager 2008“ - lässt sich das toppen? Nun ja, ganz so schlimm ist es freilich nicht, denn „FIBA Basketball Manger 2008“ hat noch ein Feature, das den Spielspaß der Installation noch einmal um Welten zu schlagen vermag: die Deinstallationsroutine.
Extrem lieblos umgesetzter Basketball-Manager.