Da bekommt die Diskussion der Transport-Gewerbler um die Einführung von 60-Tonner LKW's (hier) ein ganz anderes Gesicht: Langsam schieben sich in dem Boxspielchen "Heavyweight Thunder" die behäbigen 60-Tonnen Kampfmaschinen über den Boxring, um dem Gegner die Kauleiste zu putzen. Doch sind die Schwergewichte nicht aus Metall, sondern aus strapazierbarer digitaler Pixelmasse. Was fehlt ist einzig der warnende Piepton bei der Rückwärtsbewegung; ansonsten bewegen sich die virtuellen Boxer völlig analog zu ihren metallenen Vorbildern: unmenschlich langsam und statisch.
Fast schon gruselig, was sich die Entwickler da mit "Heavyweight Thunder" gedacht haben! Auf der Website wird das Spiel als "Fünf-Spiele-in-einem" angepriesen. Neben dem Boxen darf auch am Casinotisch gezockt werden oder am einarmigen Banditen. Welch' ... wunderbare Idee!
Wo Box Simulationen auf diversen Konsolen mit netter Grafik und frischen Charakteren glänzen, zeigt "Heavyweight Thunder", wie man's nicht macht. Vielleicht ist das Spiel ja auch gar nicht für die Weltöffentlichkeit bestimmt, sondern eine Negativstudie von Spieleentwicklern. Auf Tagungen sitzen sie da, die Spieleentwickler, starren gebannt auf die vom Beamer an die Wand geworfenen Spielszenen aus "Heavyweight Thunder" und gruseln und fürchten sich. Amphetamine werden gereicht, um die Tortur durchzustehen. Am Schluss der Tagung die einstimmige Erleuchtung: "SO NICHT"!
Geld ausgeben für Heavyweight Thunder? Nein, dann doch lieber die Knete aus dem Fenster werfen oder im Kamin dahinflackern sehen.