Alpha Protocol

Alpha Protocol
Der bullige Mann blickt sich um. Plötzlich sieht er eine Hand vor sich auftauchen die ihn packt und über die Schulter wirft. Schon liegt der Wachposten bewusstlos am Boden. Die anderen Wachmänner im Raum drehen sich um und erkennen einen gut ausgerüsteten Eindringling. Dieser wirft sofort eine Granate in den Raum die durch eine blitzartige Explosion die Sicht der Wachmänner trübt. Der Eindringling eröffnet das Feuer aus seinem Sturmgewehr. Jeder Schuss sitzt und die Wachmannschaft liegt am Boden.

Der bullige Mann blickt sich um. Plötzlich sieht er eine Hand vor sich auftauchen die ihn packt und über die Schulter wirft. Schon liegt der Wachposten bewusstlos am Boden. Die anderen Wachmänner im Raum drehen sich um und erkennen einen gut ausgerüsteten Eindringling. Dieser wirft sofort eine Granate in den Raum die durch eine blitzartige Explosion die Sicht der Wachmänner trübt. Der Eindringling eröffnet das Feuer aus seinem Sturmgewehr. Jeder Schuss sitzt und die Wachmannschaft liegt am Boden.

Das Einsatzprotokoll
Ein Passagierflugzeug wurde abgeschossen, vermutlich ein terroristischer Akt. Die dabei verwendeten Raketen wurden kurz zuvor einer Waffenfirma aus den USA entwendet. Um diesen fatalen Diebstahl vertuschen zu können wird Alpha Protocol, ein Geheimdienst der so „top-secret“ ist dass selbst CIA, FBI und NSA nicht um seine Existenz wissen, ins Feld geschickt um den Fall zu untersuchen. Alpha Protocol Agenten operieren alleine, auf sich gestellt und deshalb schickt die Organisation Michael Thornton, den der Spieler verkörpert. Doch bei der Untersuchung sollen sich mehr Fragen stellen als beantwortet werden, mehr soll hier nicht über die hervorragende, wendungsreichende Agenten-Story verraten werden.

Der Agent
Wie es sich für ein Rollenspiel gehört heißt Agent nicht gleich Agent. Denn zu Beginn wird erst der Werdegang von Thornton festgelegt. Hat er sich bei der Armee als Soldat bewiesen eignet er sich besonders für den großkalibrigen Waffeneinsatz. Als Spion ist er Tarnung gewohnt, als Techniker besonders begabt die Technik im Einsatz zu seinem Vorteil zu nutzen und als Söldner kennt er das Einzelgängertum mit Kleinkaliberwaffen genau. Für Alpha Protocol Veteranen gibt es noch zwei weitere Klassen, die sich nach einmaligem durchspielen anbieten: Den Rekruten, unerfahren und frisch von der Ausbildung, eine zusätzliche Herausforderung, und den Veteranen, der einen Agenten der Extraklasse darstellt, der die Welt nicht zum ersten Mal rettet. Jede „Klasse“ kann im spiel spezifisch angewendet werden, hat ihre Vorteile und Nachteile und wirkt sich vor allem in Gesprächen aus, da ein Spion die sich bietende Situation anders lösen würde als ein Techniker. So bieten sich viele mögliche Arten zu spielen und viele verschiedene Lösungsansätze deren Auswirkungen man beobachten kann, ein grandioses Klassendesign.

Die Einsatzvorbereitung
Im Einsatz sammelt Thornton Erfahrung. Hat er genug gesammelt steigt er im Level auf und erhält Fertigkeitspunkte die der Spieler wiederum auf viele verschiedene Talente verteilen kann um seinen Thornton besser an die Umgebung anzupassen. Ein typisches, aber altbewährtes System für ein Rollenspiel. Jede Fertigkeit hat maximal 20 Ausbaustufen, wobei Thornton später im Spiel eine Spezialisierung seiner Klasse wählen kann. Hierbei wählt er drei Fähigkeiten aus, die sich dann bis aufs Maximum steigern lassen und am meisten dem Spielstil entsprechen. Es kann also nicht jede Fähigkeit maximal ausgebaut werden und auch die Fertigkeitspunkte sind begrenzt vorhanden, also muss der Spieler überlegen welche Art von Vorgehen er bevorzugt. Jede Fähigkeit besitzt ihre Spezialmoves die Thornton anwenden kann, so schießt er bei „Präziser Schuss“ besonders genau und schaltet bei „Schnellfeuer“ mehrere Gegner beinahe gleichzeitig aus. Das macht es umso wichtiger sich zu spezialisieren und auch umso interessanter.

Die Ausrüstung
Bei seinen Einsätzen logiert Thornton bequem in den luxuriös ausgestatteten Appartements von Alpha Protocol. Ihm stehen hier ein Monster von einem Computer und ein Waffenschrank zur Verfügung. Im Waffenschrank passt Thornton seine Ausrüstung, die er am Leib trägt wenn er zu Felde zieht, an, versieht sie mit Upgrades wie Schalldämpfern, Kevlar-Platten oder einem vergrößerten Magazin. Am Computer kann Thornton seine E-Mails checken und beantworten. Oftmals finden sich interessante Informationen, manchmal auch storyrelevant, oder aber kleine, kokette E-Mail Korrespondenzen. Zudem findet Thornton am Computer seinen Zugang zum lokalen Schwarzmarkt, wo er sein Arsenal an Waffen oder Rüstungen aufstockt, natürlich zu Höchstpreisen, wobei das Geld durch die Missionen gut in die Kasse fließt. Zudem kann Thornton im Online-Schwarzmarkt auch Informationen kaufen, die ihm zusätzliche Ziele oder Hilfeleistungen bei seinen Einsätzen bringen.

Das Agentenhandwerk
Im Einsatz selbst bieten sich viele Möglichkeiten bei denen Thornton seine Fähigkeiten als Agent anwenden kann. Immer wieder stößt er während seinen Missionen auf Computer die zu Hacken es gilt, sei es für Geld oder Informationen, oder auf Türen oder Safes die aufzusperren es gilt oder Alarmanlagen die überbrückt werden müssen. Drei verschiedene „Minispiele“ muss Thornton immer wieder absolvieren wobei besonders das Hacken, also das Suchen eines Zahlensegments in einer, sich bewegenden Schleife, eine besondere Herausforderung darstellt und anspornt. Hinter Türen befindet sich dann dafür vielleicht eine Ausrüstungskamera, ein Computer offenbart vielleicht wichtige Informationen über ein Ziel und der Alarm ist endlich ausgeschaltet.

Der Einsatz
Ganz alleine ist Thornton nie unterwegs. Über einen Knopf im Ohr wird er von seinem sogenannten Handler begleitet. Seinem zweiten Kopf. Thorntons Handler ist eine junge Agentin namens Mina, die sich zwischendurch auf nette Debatten oder Flirtgespräche mit dem Agenten einläßt, ihn aber zuverlässig und vor allem sicher durch seine Missionen geleitet. Thornton baut, außer zu „seiner“ Mina, auch noch zu anderen Personen nützliche Kontakte auf, wie der sexy Journalistin Scarlett oder dem Draufgänger Steven die nicht nur zu netten E-Mail Korrespondenzen führen, sondern auch viele Informationen und die eine oder andere Wendung bereithalten und möglicherweise auch eine kleine Turtelei wenn sich Thornton nett verhält?

Die Manipulation
Als Agent hat Thornton gelernt wie man mit Menschen umgeht. Alleine im Feld muss Thornton wissen woran er bei einem Menschen ist und wie er überlebt. Das Dialogsystem von Alpha Protocol bietet viele verschiedene Ansätze für Thorntons Umgang mit seinem Gegenüber. Während eines Gesprächs muss der Spieler auswählen wie Thornton reagiert. Aggressiv mit einem Schlag ins Gesicht? Professionel? Technisch versiert? Je nach dem wie der Agent reagiert macht er sich sein Gegenüber zum Feind oder Freund und das kann entscheidend sein ob es zum Kampf kommt oder nicht. Um instinktiv zu handeln ist das Limit für die Antwortauswahl begrenzt. Das hält nicht nur den Gesprächsfluss sondern macht die Dialoge auch natürlich. Hin und wieder kann es aber auch zu einer Fehlantwort kommen, was die Gespräche immer wieder spannend macht.

Der Auftrag
Seine persönliche Mission führt Thornton von Saudi Arabien nach Taipeh, Rom und Moskau, wobei es dem Spieler überlassen bleibt wohin Thornton zuerst reisen soll. So passt sich auch der Spielverlauf der persönlichen Auswahl des Spielers an. Lernt er jemanden gleich zu Beginn von Thorntons Weltreise kennen oder erst am Ende? Die Spannung bleibt immer hoch. In jedem dieser Länder stößt Thornton auf etwas, das ihm vielleicht doch besser verborgen geblieben wäre und stellt den Spieler immer wieder vor neue Entscheidungen die manchmal weitreichende Konsequenzen haben. Obwohl Alpha Protocol weniger auf Bombast setzt hält es die Spannung stets hoch und den Herzschlag schnell.

Die Technik
Grafisch verwendet Alpha Protocol die Unreal 3 Engine. Dass diese etwas betagt ist merkt man nur selten, da Gesichter und Figuren sowie die Umgebung mit viel Liebe zum Detail gestaltet sind und das Leveldesign einem gerne ein Lächeln ins Gesicht zaubern möchte obwohl die Gegner in Scharen antanzen. Störend sind nur die horrenden (man frage sich warum) Grafikanforderungen, die das Spiel immer wieder ruckeln lassen. Zudem ist die Maussteuerung stellenweise von seltsamen Aussetzern geplagt bei denen sie entweder nur schwach oder übersensibel reagiert.
Die Musik, die Alpha Protocol begleitet ist geprägt von Spionage- und Agentenfilmen. Ein modernes Feuerwerk das Spannung, Action und Epik vereint und sich einfach gut einfügt. Die Vertonung, die nur auf Englisch aber mit Untertiteln vorhanden ist, ist grandios, ebenso wie die Dialoge selbst. Auch der Sound der Waffen und Nebengeräusche ist ein perfekter Mix der einem Agentenfilm zu entstammen scheint.

Fazit
Untermalt von epischer Musik, begleitet von einem ansprechenden Grafikgewand ist Obsidian Entertainment ein Spionagefilm zum selbst spielen gelungen, der die Spannung stets hoch hält und viel von seinen tollen Figuren und den Dialogen, die einen unter Zeitdruck setzen, lebt. Die Geschichte selbst ist nicht nur in ihren Stationen variabel sondern beinhaltet unerwartete Wendungen, Romanzen und vieeel Agenten-Arbeit. Gegen Michael Thornton und „seine“ Mina sieht James Bond alt aus.

Wertung
8
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James Bond sieht alt aus gegen Michael Thornton. Ein intelligentes Spiel, mit Hammer-Dialogen und herausragender Agenten-Story!

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Auf einen Blick: Die Wertung
Grafik
8
90

James Bond sieht alt aus gegen Michael Thornton. Ein intelligentes Spiel, mit Hammer-Dialogen und herausragender Agenten-Story!

Sound
10
Steuerung
6
0
Atmosphäre
10
Motivation
10
Bunnyfaktor
10