Batman: Arkham Asylum

Batman: Arkham Asylum

Der Schläger wandert durch den schmuddeligen Korridor. Das Gebäude sieht nicht mehr nach einem Krankenhaus aus. Nervös umklammert der Mann die Waffe in seinen Händen und zielt in jeden dunklen Spalt. Er blickt kurz nach Oben. Plötzlich packen ihn kräftige Hände und ziehen ihn hoch. Das letzte was er sieht ist eine Fledermaus, bevor er durch einen heftigen Schlag bewusstlos wird.

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Wayne interessierts
Wer fliegt so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Rächer … aber ohne Kind! Nach den äußerst erfolgreichen, neuen Filmen zur DCComic-Figur von Christopher Nolan erscheint der schwarze Rächer jetzt auch auf dem PC, aber ohne Bezug zu den Filmen. Denn das spiel lehnt sich an die Comics an, die zum ersten Mal 1939 erschienen. Doch eines haben Filme und das Spiel gemeinsam: Sie sind dunkel und schmutzig. Und auch die Geschichte kann sich sehen lassen.

Irre Geschichte
Der Joker wird von Batman in einem Sanatorium für geistig abnorme Rechtsbrecher, einer Irrenanstalt namens Arkham Asylum eingeliefert. Doch schnell stellt sich heraus, dass der Joker einen teuflischen Plan verfolgte und er übernimmt die Insel. Batman versucht natürlich den Verrückten zu stoppen und erlangt während seiner detektivischen Arbeit Kenntnis von einer Verschwörung. Zusätzlich zu den bezahlten Schlägern des Jokers machen Batman auch seine anderen Feinde Probleme. Viele alte Bekannte wie Scarecrow, Bane oder Harley Quinn.

Dreckige Flure
In seiner dunklen, angsteinflößenden Aufmachung hob sich Batman, eigentlich Bruce Wayne, schon immer von anderen „Helden“ ab, und dieser Trend setzt sich im Spiel noch deutlicher fort. Die Atmosphäre ist düster, makaber und verrückt. Die Nacht und die Dunkelheit sind Batmans nützlichstes Werkzeug. Der Wahnsinn ist zuhause in Arkham Asylum und im Spiel. Der Spieler wird förmlich aufgefressen von den dreckigen, brutalen Umgebungen des Sanatoriums und manchmal kommen auf Horror-Effekte in Arkham Asylum zu tragen und selten kommt es sogar vor, dass der Spieler vorm Bildschirm erschrickt.

Spezielle Schlägereien
Um alleine, wie Helden eben sind, gegen die große Anzahl von Häftlingen auf der Insel Arkham, die ihm alle ans Leder wollen, zu bestehen greift Batman auf mehrere Gadgets zurück um sich etwa auf Wasserspeier in den Innenräumen der Anstalt schwingen zu können oder Höhen zu überwinden. Mit der Batclaw kann Batman aber auch Feinde oder andere Dinge die ihm irgendwie im Weg sind zu sich heranziehen. Mit den Batarangs, deren Name schon vermuten lässt wie sie zu handhaben sind betäubt Batman seine Gegenspieler oder gelangt über entfernte Distanzen an Schalter oder Hebel. Zusätzlich dazu steht ihm schon von Anfang an ein besonderes Mittel zur Verfügung: Das Grapple. Das ist eine Seilkanone, die sich an vielen Stellen in der Spielwelt verankern lässt und so Batman auf höhere Ebenen bringen kann.

Spezielle Flugshow
Aber Batman: Arkham Asylum ist kein Jump ’n Run Spiel. Eher ein Genremix aus viel verschiedenem. Der dunkle Rächer schleicht, er überwindet Distanzen durch Gleiten mit seinem Umhang, er klettert, er kämpft und er sammelt forensische Spuren. Um seinen Kampf gegen die Verrückten von Arkham fortführen zu können muss Batman Detektivarbeit leisten und auch hin und wieder einen Tatort untersuchen. Ist eine Spur dann gefunden verschwindet er wieder im Dunkel und bahnt sich seine Wege durch die Umgebung von Arkham. Manchmal tritt „Batman: Arkham Asylum“ aber auch wie ein Prince of Persia auf: Durch ein Kletterlabyrinth soll ein Weg gefunden werden, der zuvor durch einen Kameraschwenk erläutert wird. Mit den ganzen Fledermausgadgets macht das einfach Spaß.

Harte Hiebe
Der Fledermausmann teilt hart aus. Ein Knopf aber genügt um verschiedenste Angriffe durchzuführen denn Batman schlägt bei Druck selbstständig auf seine Gegner ein und reiht gut getimte Angriffe zu Combos zusammen. Aber als geübter Kämpfer stehen ihm auch Konterangriffe und Angriffe die Gegner kurze Zeit betäuben zur Verfügung, die so ein brutales Arsenal an Schlägen bilden. Gegen mit Schusswaffen ausgerüstete Insassen aber hat es der verwundbare Batman schwerer. Diese kann er aber gezielt aus dem Dunkel heraus angreifen. Mit einem Gleitangriff gleitet der Rächer auf den Gegner zu und muss ihn nur noch K.O. schlagen, dann verschwindet er wieder im Dunkel, am besten auf einem Wasserspeier. Den entsprechenden freigeschaltenen Perk vorausgesetzt kann Batman sich von selbiger Position aber auch kopfüber herabhängen und ahnungslose Feinde hochziehen und an den Beinen aufhängen. Zur Waffe greift Batman aber seiner Prinzipien wegen nie. Nur mit der Faust wird gekämpft.

Ein erfahrener Kämpfer
A propos freischalten? Wie in einem Rollenspiel sammelt Batman Erfahrung für den Kampf gegen Schläger, das lösen von Rätseln oder Challenges des Riddlers auf die später noch eingegangen wird. Doch Batman steigt nicht im Level auf oder verteilt Attributpunkte. Er rüstet auf. Verschiedene Upgrades stehen ihm zur Verfügung nachdem er genug Erfahrung gesammelt hat. So kann er seinen Batarang etwa verdoppeln oder verdreifachen, Gegner vom Wasserspeier hängend ausschalten oder sich besser panzern. Und das ist auch notwendig, wenn man an all die wahnsinnigen Figuren wie Killer Croc bedenkt.

Ein aufmerksamer Detektiv
Neben der normalen Aufgabenstellung als investigativ Tätiger kann Batman seinen detektivischen Spürsinn auch für die Rätsel des „Riddlers“ ,einem aus den Comics bekanntem, Kriminellen verwenden. Dieser hat Trophäen versteckt und stellt kryptische Rätsel, die gefunden und gelöst werden wollen. Und nicht nur dafür besitzt Batman auch seinen Detektivsinn. Damit kann er durch Wände sehen und Personen ausmachen. Bewaffnete werden dann sogar noch rot markiert und bestimmte wichtige Dinge im Raum hervorgehoben. Die Lösung verrät das aber noch lange nicht sondern präsentiert nur die zur Lösung nötigen Spuren.

Verrückte Köpfe
Der Riddler ist nur einer von mehreren kriminellen Genies oder Freaks. Die Schirmherrschaft über die Herde von Ausgeflippten trägt natürlich der Clown Prinz, der Joker! Verrückt, wahnsinnig, sadistisch. Viele Ausdrücke können den Joker beschreiben, und er wirkt auch wirklich so in „Batman: Arkham Asylum“. Alle Figuren sind grandios umgesetzt und faszinieren uns oder ekeln uns an. Immer wieder tauchen Tonbänder mit Patientengesprächen auf, die helfen sollen den Geist der Verwirrten wirklich zu verstehen, doch so ganz funktioniert das nie, und das ist perfekt. Neben der fast depressiven, dunklen und dreckigen Umgebung tragen die bekannten Schurken nur noch mehr zum Angstgefühl auf Arkham Island bei.

Auf Aussehen wird Wert gelegt
So wie der Joker auf seine Kleidung achtet, achtet das Spiel auf sein Aussehen. Es kann sich einfach sehen lassen. Die Gesichter sind klar, menschlich, realistisch. Die Umgebung ist äußerst detailliert, sowohl von der ganzen Einrichtung als auch von den Texturen. Nur an einigen wenigen Stellen sind die Texturen unscharf. Ansonsten kann sich Batman: Arkham Asylum an Crysis messen, und diese Messlatte ist hoch. Und man merkt dass das Spiel den Comics treu bleibt. Die stählernen Muskeln von Bruce Wayne, dem dunklen Rächer oder das lange Kinn vom Joker. Und Harley Quinn wäre, wäre sie nicht so schlecht geschminkt, gar sexy in ihrem knappen Outfit.

Filmreife Inszenierung
Die Sequenzen sind sowohl grafisch als auch erzählerisch auf dem Höhepunkt. Immer wieder staunt man. Wie bereits erwähnt schreckt das Spiel den Spieler selten gar wie in einem Horrorfilm. Die Musik trägt ihr übriges zum psychedelischen Spielplatz der Angst und des Wahnsinns bei. Keine heldenhaften Fanfaren sondern verzerrte Klänge begleiten Batman durch dieses Gruselkabinett, und das ist das Spiel: Ein perfekt inszeniertes Gruselkabinett mit prominenter Superhelden- und Schurken-Besetzung.
Und wie der Spieler vielleicht erst später im Spiel erst merken wird, zerschleißt Batmans Kostüm im Laufe der Geschichte. Immer mehr kleine Risse im Cape oder im Anzug gesellen sich dazu, der Kämpfe wegen.

Fazit
Obwohl der Spieler selbst nie eine Waffe in die Hand nehmen darf gestaltet sich der Kampf spannend und actionreich. Die Taktik Batmans, aus dem Dunkel heraus anzugreifen und dieses zu seinem Vorteil zu nützen unterstützt nicht nur das Kampsystem sondern auch die düstere Erzählweise und die kranke Umgebung und Atmosphäre von Arkham Asylum. Dieses Gruselkabinett ist perfekt aufgebaut. Dreckige Flure, ein schmutziges Krankenhaus, ein brutales Irrenhaus, eine Insel wie aus einem Gruselfilm entsprungen, kombiniert mit wahnsinnigen Schurken und einem dunklen Ritter gestaltet eine atemberaubende Atmosphäre weit abseits des glänzenden Heldentums und bleibt trotzdem ein aufregender Kampf für das Gute.

Wertung
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„Batman: Arkham Asylum“ hat nichts von einem Superheldenspiel. Es ist ein raues Kriminalspiel. Die Atmosphäre ist wahnsinnig, und wahnsinnig ist gut! Die Atmosphäre kommt wie die eines Ozzy Osbourne Liedes her.

Wertung wird angezeigt
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Auf einen Blick: Die Wertung
Grafik
10
95

„Batman: Arkham Asylum“ hat nichts von einem Superheldenspiel. Es ist ein raues Kriminalspiel. Die Atmosphäre ist wahnsinnig, und wahnsinnig ist gut! Die Atmosphäre kommt wie die eines Ozzy Osbourne Liedes her.

Sound
8
Steuerung
10
0
Atmosphäre
10
Motivation
9
Bunnyfaktor
10

Kommentare

Nach dem Durchspielen eines Spieles habe ich selten so gefeiert. Ich bin aus meinem Sessel aufgesprungen und habe mit mir selbst geredet, ich habe gesagt: "Was für ein Wahnsinn. Ich glaub es nicht! Grandios!"

Nur Mass Effect hat zuvor bei mir solche Emotionen hervorgerufen. Ich bin ab jetzt ein großer Fan von Batman. Hätte mir nie gedacht dass das mal möglich werden würde ...