[G2:30367 class=g2image_float_right]Würde sich das Leben eines Mafioso nur annähernd so gestalten, wie im Spiel „Der Pate 2“ dargestellt, so könnte wohl niemand aus der kriminellen Gilde die Omertà brechen - schlichtweg, weil niemand mehr wach ist. So ist das, was sich in „Der Pate 2“ als Tagesgeschäft präsentiert, zwar Substanz für ein bis zwei gemütliche Spielstunden, fesselndes Gameplay jedoch stellt sich anders dar.
[G2:30363 class=g2image_float_right]Analog dem ersten Teil Electronic Arts‘ „Der Pate“ Reihe geht’s in „Der Pate 2“ auf Streifzug durch versteckte Stripclubs, düstere Hinterzimmer-Spielkaschemmen und Kneipen, in denen sich allerlei zwielichtige Gesellschaft herumtreibt. Stets wird der Chef der jeweiligen Lokalität so lange malträtiert, bis jener sich dem Alter Ego vor die Füße wirft und Schutzgeld bezahlt. Nach und nach baut sich ein kleines Imperium auf, das Wurzeln in der ganzen Stadt schlägt.
[G2:30391 class=g2image_float_right]Neu in „Der Pate 2“ ist die Gesellschaft, die bei den Streifzügen zur Schutzgelderpressung mit Rat, Tat und jeder Menge Durchschlagskraft kompetent zur Seite steht. So knackt der eine Safes, sprengt der Sprengstoffexperte Türen oder heilt der Sanitäter die Teammitglieder, wenn’s mal wieder hart auf hart kommt. Dass in einer Stadt das organisierte Verbrechen vielfältige Auswüchse hat, drückt sich in den Kämpfen der verschiedenen Familien aus: [G2:30403 class=g2image_float_right]Ziel der erpresserischen Übung ist, alle gegnerischen Familien im Umfeld auszuschalten – koste es, was es wolle. Damit das nicht in der seichten Welt von „Der Pate 2“ zur Sandkastenübung wird, muss jedes Mitglied auf eine besondere Art und Weise ins Jenseits befördert werden. Liebt es Mafioso A, einzig mit der Pistole umgenietet zu werden, so hat Mafioso B offenbar ein Faible dafür, direkt vom Hochhaus aus in die ewigen Jagdgründe einzugehen, sprich: Mit drastisch inszeniertem Aufschlag auf dem Beton des Bürgersteiges sein virtuelles Leben auszuhauchen.
[G2:30395 class=g2image_float_right]Werden die feindlich gesinnten Mafiosi nicht auf ihre spezielle Wunschtodesart eliminiert, so schlagen sie nach kurzer Bewusstlosigkeit ihre Augen im Krankenhaus auf – und müssen erneut umgebracht werden. Um das Spiel künstlich in die Länge zu ziehen, muss sich über die spezielle Todesart erst informiert werden. So verraten Schlüsselpersonen erst dann, wie der Mafioso umgebracht werden muss, wenn für sie simple, langweilige Aufträge erledigt wurden.
[G2:30467 class=g2image_float_right]Ständig in lieblos gestaltete Schufterei eingebunden, geht’s so durch eine detailarm umgesetzte Stadt, die es nicht einmal mit einem betagten „Grand Theft Auto: Vice City“ aufnehmen könnte. So fährt sich jedes Fahrzeug gleich - offenbar ein Experiment darin, die Spielsteuerung möglichst einfach zu halten, um auch ja keinen Spieler zu überfordern -, so laufen stets die gleichen geklonten Pappfiguren durch die Stadt und wiederholen sich die eindimensional gestalteten Missionen allzu häufig.
[G2:30347 class=g2image_float_right]Die Verbindung zum Kino-Meisterwerk „Der Pate 2“ ist dabei allzu rudimentär, lückenhaft und schlichtweg falsch. Setzt die Handlung des Spiels zu Beginn mit dem Tutorial in Kuba ein, so geht’s anschließend in ein New York, das nichts mit dem Film zu tun hat. Gegebenheiten des Films werden im Spiel häufig ignoriert und zugunsten einer spannungs- und anforderungsarmen Handlung ausgelassen. Gleich zu Beginn des Spiels wird nicht etwa der Fall des unloyalen Familienangehörigen Fredo dokumentiert, wie es der Film im Rahmen der Kuba-Handlungen vorgibt, nein, alles ist im Spiel betrachtet durch die rosaroten Gläser der Einfachheit, die einer längeren Beschäftigung mit „Der Pate 2“ im Weg stehen.
Die Versoftung von „Der Pate 2“ ist ein weiteres Glanzstück darin, wie die Spieleumsetzung eines Films nicht ausschauen sollte. Schade.
| Punktwertung: | 6 / 10 | |
| Die Versoftung von „Der Pate 2“ ist ein weiteres Glanzstück darin, wie die Spieleumsetzung eines Films nicht ausschauen sollte. Schade. | ||