Need for Speed: Undercover

Need for Speed: Undercover
Der Aufprall des Wagens auf dem Pfeiler bringt diesen und den Vorwegweiser zu Fall, der sogleich auf den Autodächern der Polizeiwägen landet und den Raser von den Ordnungshütern abschneidet. Doch nicht alle Streiter des Gesetzes hat die riesige Tafel erwischt. Einige Polizeifahrzeuge verfolgen den Gesetzesbrecher weiter, bis dieser an die Leitplanke kracht und sofort von den Autos der Polizisten umstellt wird. Schnell hechtet er aus seinem Fahrzeug, um sich auf einen Beamten zu stürzen. Dieser setzt sich jedoch zur Wehr und bringt den Raser zu Boden - Erwischt.

Der Aufprall des Wagens auf dem Pfeiler bringt diesen und den Vorwegweiser zu Fall, der sogleich auf den Autodächern der Polizeiwägen landet und den Raser von den Ordnungshütern abschneidet. Doch nicht alle Streiter des Gesetzes hat die riesige Tafel erwischt. Einige Polizeifahrzeuge verfolgen den Gesetzesbrecher weiter, bis dieser an die Leitplanke kracht und sofort von den Autos der Polizisten umstellt wird. Schnell hechtet er aus seinem Fahrzeug, um sich auf einen Beamten zu stürzen. Dieser setzt sich jedoch zur Wehr und bringt den Raser zu Boden - Erwischt.

aq_mas_3_bmp_jpgcopy.jpgZum Glück droht dem Spieler im Falle einer Verhaftung - die mit solchen Sequenzen in Spielgrafik schick in Szene gesetzt wird - nicht das sofortige Gefängnis, sondern nur eine (hohe) Geldstrafe und eine Verwarnung. Bei drei Verwarnungen ist der Wagen dann aber weg - denn woher sollen die Polizisten auch wissen, dass der Raser ein Undercover-Ermittler ist, der den Auftrag hat, die Fahrer-Banden des Autoschmuggels zu überführen?

Story: Gemisch aus Hollywoodfilmen
aq__master_000034_copy.jpgDie Geschichte, um die sich der neue „Need For Speed“ (NFS) Teil rankt, ist ein Gemisch aus Hollywoodfilmen wie „Nur noch 60 Sekunden“ und „The Fast and The Furious“ und wurde mit echten Schauspielern toll in Szene gesetzt. Klingt gut? Ja, aber leider ist die Story derart verworren ins Spielgeschehen eingebaut, dass sie schwer verständlich und wenig zusammenhängend ist. Zu allem Überfluss kommt auch nie im Spiel - an keiner Stelle - das Feeling auf, ein Cop unter Feinden zu sein. Undercover ist nur der Name des Spiels.

Edelkarossen
aq_mas_2_bmp_jpgcopy.jpgAber was ist nun 'mal das Herzstück der Serie, die Publisher und Entwickler Electronic Arts jährlich auf den Markt wirft? Die Autos. Edelste Karossen wie Aston Martin, Lamborghini und Porsche sind ebenso vertreten wie VW, BMW und Audi. Natürlich lassen sich aber nicht alle Wagen gleich von Anfang an kaufen, sie wollen erst freigeschaltet werden. Vom Storyverlauf abhängend, werden zunächst untertourige Autos der Stufe 4, dann 3, 2, schließlich der Stufe 1 zum Kauf freigegeben.

Optisches Tuning
cw_4.jpgHin und wieder lassen die Gangbosse auch eine der Kisten als Geschenk springen. Selbstverständlich lassen sich die Blechboliden auch wieder deftig frisieren, nur gibt es eben keinen Feinschliff wie in Need For Speed Underground, sondern werden einfach Pakete gekauft, die das ausgewählte Teil verbessern. Optisches Tuning ist natürlich auch wieder mit von der Partie: die Boliden lassen sich nun noch umfangreicher mittels Schieberegler an die persönlichen Vorlieben anpassen.

Spärliche Neuerungen
aq_mas_1_bmp_jpgcopy.jpgBringt das neue Need For Speed aber trotzdem Neuerungen mit? Ja, es gibt zwei neue Rennen: Die Highway Rennen, in denen bei dichtem Verkehr ein Abstand von 300 Metern zum Gegner hergestellt werden muss und die "Outruns", bei denen der Spieler ganz einfach eine gewisse Zeit vor dem Kontrahenten bleiben muss. Bei den Storymissionen müssen hin und wieder ganz einfach die Autos der Gegner geschrottet werden. Natürlich sind auch die „Oldies“ wie Checkpoint-Rennen, in denen eine gewisse Strecke in einer bestimmten Zeit zu absolvieren ist, Sprints und Rundenrennen mit von der Partie.

Fahrerpunkte
cw_1.jpgDie künstliche Intelligenz der Kontrahenten ist um einen Tick besser und aggressiver geworden, so drängen sie den Spieler manchmal gar einfach ab. Gewonnene Rennen bringen Geld und Fahrerpunkte, die den „Fahrerlevel“ in die Höhe treiben. Auch das ist neu, denn mit jedem Level erhält der Fahrer bzw. die Fahrerin Punkte für sein Können, die aber nicht beliebig verteilt, sondern automatisch vergeben werden. So steigt etwa das „Können“ „Teileermäßigung“ bei einem Levelaufstieg um 5% an. Manche Rennen vergeben ebenfalls einen Punkt auf die Talente.

aq__master_000000_copy.jpgAber mit den Fahrerpunkten alleine kann man sich des Vertrauens der Gangsterbosse nicht sicher sein, denn die könnten einen ja für einen „Bullen“, „Cop“ oder was auch immer, auf jeden Fall einen Polizisten halten, daher müssen auch die Wagen von entsprechend vielen Kollegen dran glauben. Verfolgungsjagden mit der Polizei, um Sachschaden anzuhäufen, oder einfach nur die Anzahl der Autos - die schier unendlich ist - zu dezimieren, lassen in den Augen der „Rennstallchefs“ das Image des Spielers glaubwürdiger erscheinen.

Verfolgungsstopper: Brücken, Tankstellen
aq_master_000014_copy.jpgEinfach davonfahren führt in "Need for Speed: Undercover" keineswegs mehr zum Ziel, da die Gesetzeshüter mit immer schnelleren Karren bis hin zu den FBI-Porsches und SWAT SUVs aufwarten können. So wollen die bereits aus Most Wanted bekannten Verfolgungsstopper geschickt eingesetzt werden. Einmal dreingefahren, brechen die Dinger (z.B. Vorwegweiser, Brücken, Tankstellen, Kräne und Konsorten) einfach ein und schneiden den Verfolgern den Weg ab.

nfsu.jpgManchmal versuchen die „Cops“ aber gar Nagelstreifen in die Fahrbahn des Spielers zu legen oder verfolgen ihn mit einem Helikopter - da wird das Entkommen schon erheblich erschwert. Ist dann aber einmal ein Stufe-1 Fahrzeug erworben und bis zum gehtnichtmehr aufgemotzt, fährt man der Polizei trotz allem ganz einfach davon. Trotz „Undercover“ Einsatz ist es dem Spieler trotzdem nie erlaubt, sich hinter das Steuer eines Polizeiwagens zu setzen.

Dummerweise wird zwischen den Storymissionen nie erklärt, was es denn zu tun gibt. Die Schlussfolgerung liegt nahe: Rennen fahren, Fahrerpunkte erhalten, der Polizei Ärger machen und sich so bei den Gangbossen einschleimen. Wie viel wovon jeweils zu erledigen ist, erfahren Spielerin und Spieler zu keiner Zeit. Zudem gestaltet sich die Karriere als sehr kurz und ist bereits nach rund 12 Stunden wieder vorbei.

Wenig Neues
nfsu2.jpgMehr hat sich dann aber auch nicht getan in der Need For Speed Reihe. Zwar erlaubt Electronic Arts seit Pro Street endlich Auflösungen für Breitbild-Monitore, an der Grafik von Undercover scheint sich jedoch nur wenig getan zu haben. Starke Überstrahleffekte und Gelbfilter versuchen, dem Spiel seinen eigenen Touch zu geben, aber im Vergleich zu den Texturen vom vorhergegangen Most Wanted (das inzwischen auch schon 3 Jahre alt ist) hat sich nur wenig getan. Die Autos sind detailreicher, ansonsten sind die Texturen teilweise verwaschen und unscharf.

Optische Finesse?
nfsu3.jpgZwar generieren die Überstrahleffekte besonders beim Entlangfahren einer Strandpromenade eine individuelle Atmosphäre, können aber nicht über das Alter der Grafikengine hinwegtäuschen. Besonders die Schatten fallen negativ auf, da sie grob und pixelig sind. Trotz der angestaubten Grafik ist der Hardwarehunger der Software enorm. Wie auf der Konsole ruckelt Need For Speed auch auf High-End Rechnern. Manchmal gaukelt sich das Spiel gar selbst vor, der Spieler sei von einem Polizeiwagen erkannt worden und spielt die Sequenz ab.

Mehrspielermodus
Der Multiplayermodus beschränkt sich dazu noch zu allem Überfluss nur auf Online-Spiele. LAN-Partien sind daher nicht möglich. Zum Zeitpunkt der Spielbesprechung fanden sich keine Spieler auf den Servern - somit muss sich die Bewertung des Mehrspielerparts noch ein wenig gedulden. Eines vorweg: Dank der unhandlichen Tastatursteuerung ist man im Multiplayermodus ohne Gamepad eher schlecht beraten, wie auch im Karrieremodus.

Wertung
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Need For Speed ist noch lange nicht wieder zu seiner Bestform aufgelaufen. Undercover-Feeling kommt wegen der konfusen Story zu keiner Zeit auf und die mangelnden Hinweise, die angestaubte Grafik stört und die Umstellung von Rap auf House tut dem coolen Gangster-Klischee auch nicht gut. Die Hetzjagden mit der Polizei sind aber spannend und lustig und die Jagd nach immer besseren Autos ist aber dennoch motivierend.

Wertung wird angezeigt
7

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Auf einen Blick: Die Wertung
Grafik
7
67

Need For Speed ist noch lange nicht wieder zu seiner Bestform aufgelaufen. Undercover-Feeling kommt wegen der konfusen Story zu keiner Zeit auf und die mangelnden Hinweise, die angestaubte Grafik stört und die Umstellung von Rap auf House tut dem coolen Gangster-Klischee auch nicht gut. Die Hetzjagden mit der Polizei sind aber spannend und lustig und die Jagd nach immer besseren Autos ist aber dennoch motivierend.

Sound
7
Steuerung
6
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Atmosphäre
6
Motivation
7
Bunnyfaktor
7

Kommentare

Ich empfinde "Need for Speed: Undercover" als den wohl schlechtesten Teil der NFS-Reihe auf der PC-Plattform seit "Need for Speed: Underground" (2003). Nicht nur die künstliche Intelligenz der Gegner ist für den Allerwertesten (zu Beginn jedes Rennens lassen sich alle allzu leicht überholen, gegen Ende des Rennens kommt dann plötzlich, aus dem Nichts, noch ein Gegner angerast, um das Rennen gaaanz knapp zu gewinnen), sondern vor allem die Steuerung der PS-Biester ist in "Need for Speed: Undercover" jenseits von gut und böse umgesetzt: Kurvenfahrten fühlen sich an, wie auf Schienen - die Kartbahn lässt grüßen. NFS: Undercover wird wohl als erstes Spiel der Reihe in die Geschichte eingehen als Autorennspiel, wo das Bremspedal eine ausschließlich dekorative Funktion hat.
Die Story hat in NFS: Undercover einzig eine Alibifunktion und setzt dem Ganzen die Krone auf: Wie allzu oft geht's um die krampfhafte Ausschmückung bemühter Stereotypen (Männer posen herum und Frauen stöckeln dummdoof herum) - ich dachte, die Zeit, wo Frauen nur als Herd-Liebchen dargestellt werden, hätten wir endlich überwunden!

Das lässt sich auf die, bei Gothic 3 bereits angesprochene, Kommerzgeilheit zurückführen.

Einfach schnell ein Spiel hinschludern, ein paar lizenzierte Wägen reinmachen, dem Spieler am Anfang eine schwache Kiste in die Hand drücken, während seine Gegner schon eine Klasse höher fahren. Da kommt dann automatisch der Drang; "Will haben, will haben, will haben."

Dadurch rückt für die meisten Spieler der Hintergrund, und die Stärke der Gegner in den Hintergrund.. Wenn man mit einem Mazda, oder was auch immer, gegen Porsche gewinnt, dann ist da die Erleichterung und Freude deutlich größer, als die Frage; "Warum hab ich eigentlich gewonnen? Das is ja voll unrealistisch."

Nagut, Realitätsanprüche stellt Need for Speed keine. Qualitätsansprüche seit Carbon anscheinend auch nicht, was ich persönlich sehr schade finde.

Denn mit Underground und Most Wanted ist EA doch ein großer Wurf gelungen.

Underground revolutionierte das Ganze wohl, und Most Wanted setzte dem Tuning-Gehabe das Sahnehäubchen auf.

Carbon, Pro Street und Undercover bemühen sich offensichtlich, nicht nur die Sahne wegzuschaufeln, sondern auch den Grund, auf dem Need for Speed steht.

Aber, es wäre wieder einmal schön, einfach Rennen zu fahren, ohne sich mit Tuning herumärgern zu müssen. Hot Pursuit zeigte da, wie es geht. Heiße Duelle im Splitscreen mit dem Gegner, das waren Zeiten (hach....).

Heiße Duelle gibt es jetzt nur noch mit der veralteten Grafikengine, wenn das Neue System nicht so recht will. Da ruckelts hier ein bisschen, da ein bisschen.

Dagobert Duck würde staunen, mit welchem Geiz die Anforderungen in der Grafik wiedergegeben werden. Man meint, Need for Speed würde im Hintergrund einen dieser Hardwaretests à la 3DMark ausführen. Die Grafik liegt leicht über Most Wanted. Das soll nichts schlechtes heißen.

Die Grafik von Most Wanted ist gut. Im Vergleich mit Spielen, die zwei Jahre alt sind.

Da Undercover sogar auf Konsolen ruckelt, minimal zugegeben, aber es ruckelt, und wenn, dann bemerkt es sogar das ungeübte Auge.

Da muss sich EA auch ordentlich an der Nase packen, und seinen Entwicklern sagen, dass es so nicht geht.

Sein wir ehrlich, die Geschlechter unterliegen in Spielen zu 99% Stereotypen.

Das überrascht mich nicht, und fügt sich für mich wunderbar in den Mainstream ein.

So sein sollte das alles nicht, Undercover scheint generell ein Lückenfüller zu sein. Für die ehemalige Need for Speed-Serie, Frieden ihrer Seele.

Hot Pursuit ... Ein Stück Geschichte einer großartigen Serie. Immer heißt es: "Offene Welt, Freie Fahrt!" Warum nicht ohne? Weil dann so Zeug wie Pro Street rauskommt. Was aber wenn man das intelligent anpackt? Hot Pursuit lieferte faszinierende Duelle mit starken Gegnern und, wenn es beliebte, konnte auch ein Polizeiwagen gesteuert werden. DAS vermisse ich. Knackige Duelle, eine echte Karriere wie eben in Hot Pursuit die WM oder der "Hot Pursuit Modus". Vielleicht erinnert sich auch noch jemand an den Polizeihelikopter, der explosive Fässer auf den Boden krachen ließ? :)
Da Innovation nicht die Stärke der Firma zu sein scheint, setzt doch mal auf Retro :P