Prince of Persia (2008)

Prince of Persia (2008)
Als schwebe er auf einer Wolke und überwinde Zeit und Raum, so fühlt es sich an, als der junge Krieger Hand in Hand mit einer bezaubernden Orient-Schönheit über einen unüberwindbaren Abgrund springt. Noch bevor er den Boden berührt, stößt er sich von der nahe liegenden Wand ab, um eine Säule zu greifen, die ihn höher hinauf - näher zu seinem Ziel bringt. An der Spitze des Turmes angekommen, treffen der Krieger und seine Gefährtin auf den Gesuchten. Ein Wesen formiert sich aus einem schwarzen Nebel heraus.

Als schwebe er auf einer Wolke und überwinde Zeit und Raum, so fühlt es sich an, als der junge Krieger Hand in Hand mit einer bezaubernden Orient-Schönheit über einen unüberwindbaren Abgrund springt. Noch bevor er den Boden berührt, stößt er sich von der nahe liegenden Wand ab, um eine Säule zu greifen, die ihn höher hinauf - näher zu seinem Ziel bringt. An der Spitze des Turmes angekommen, treffen der Krieger und seine Gefährtin auf den Gesuchten. Ein Wesen formiert sich aus einem schwarzen Nebel heraus.

Elika im Wunderland
pop_ca_007.jpgWie die Märchen aus „Tausend und einer Nacht“ präsentiert sich die Geschichte, die Entwickler Ubisoft Montreal im neuen Prince Of Persia Teil erdacht hat, der mit den Vorgängern der Serie nicht mehr in Verbindung zu bringen ist. Nachdem der Baum des Lebens im Tempel des Ormazd, das Gefängnis des dunklen Gottes Ahriman, geschändet wurde, kann dieser seine Fesseln beinahe lösen und entfliehen. Nur die letzte Kraft des Tempels hält ihn zurück. Die junge Prinzessin Elika versucht, die Kräfte des Tempels zu stärken, indem sie die „fruchtbaren Gebiete“ von der Besudelung der Dunkelheit und der Vorboten Ahrimans zu heilen versucht. Auf ihrem Weg zum Tempel, noch vor der Schändung, trifft sie zufällig auf einen jungen Gauner. Einen zynischen Krieger, dessen Beschützerinstinkt sie weckt. So weicht er ihr fortan nicht mehr von der Seite und gerät selbst in die Misere.

Oh Farah where art thou
POP_S_067.jpgAlles beginnt damit, dass der neue Prinz, der eigentlich keiner ist, sich auf der Suche nach Farah befindet. Da schlagen die Herzen von vielen „Prince Of Persia“-Kennern sofort höher. „Farah, das ist doch die süße Prinzessin im roten Gewand? Die mit dem Bogen?“ Ja, genau das ist Farah, aber nicht diese sucht der neue Prinz, denn Farah ist der Name seines Esels, der ihm entlaufen ist.
POP_S_066.jpgAber wie schon erwähnt: Prinz ist der Hochstapler ja gar keiner, eher ein Gauner. Trotzdem kann er ebenso gut klettern wie sein Vorgänger, hat er doch sogar noch ein Extra spendiert bekommen: Mit seinem Krallenhandschuh verkeilt er sich in der Wand und überwindet somit große Höhen, ohne beim Weg hinab das Zeitliche zu segnen. Zudem beherrscht er nun auch mehrere Komboattacken mit dem Schwert, die er mit Elika, seiner neuen Begleiterin auch sofort zu tödlichen Mortal-Combos verschmilzt.

Königliche Hoheit?
PoP_S_013.jpgElika ist eine magiebegabte Hüterin des Tempels von Ormazd. Sie ist eine träumerische, behütete Prinzessin, die plötzlich gegen die Dunkelheit ankämpfen muss. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie etwa nicht kämpfen könnte oder zerbrechlich sei, nein denn mit ihrer Magie steht sie dem Prinzen sowohl im Kampf auf Knopfdruck helfend zur Seite, als auch bei seinen akrobatischen Meisterleistungen.
Prince Of Persia Screen5.jpgBei einem besonders weiten Abgrund teleportiert sie sich einfach mitten unterm Sprung an seine Seite und hilft ihm sicher ans andere Ende. Sollte der Kämpfer dann auch noch einmal ernsthaft in Todesgefahr sein, so steht sie ihm tapfer zur Seite und bietet wortwörtlich die helfende Hand. Springt der Prinz also einmal in den Tod, so bewahrt ihn Elika davor und bringt ihn an seinen letzten sicheren Standort. Das verhindert die Todesstrafe durch Falschspringen, gestaltet das Spiel aber auch relativ einfach.

In schwindelnden Höhen …
Prince of Persia Screen2.jpg… bewegt sich der Prinz gemeinsam mit seiner Gefährtin, die ihm auf Schritt und Tritt folgt und nicht etwa für einige Zeit dem königlichen Schönheitsschlaf frönt, wie Farah anno dazumal. An Agilität hat der nicht blaublütige neue Prinz gegenüber dem alten, königlichen Prinzen noch eine ganze Schaufel zugelegt. So kann er an Decken entlang laufen und - mit Hilfe seines neuen Spielzeugs - gefahrlos große Höhen überwinden. PoP_S_016.jpgNatürlich sind aber auch die Matrix-gleichen Freestyle-Disziplinen wie Wandlauf und Balkenhüpfen im Programm geblieben. Dazu führen nun auch mehrere Wege zum Ziel, was jedoch für Verwirrung sorgt, wenn das Duo zu einem bestimmten Ort gelangen will. Hierfür gibt es dann zwar ein Licht von Elika, das den Weg anzeigt, dabei aber die ganze Wegfindungsknobelei zunichte macht.
Prince Of Persia Screen6.jpgEs empfiehlt sich also, dieses Werkzeug so spärlich wie möglich zu nutzen. Allgemein ist dem Prinzen dennoch nicht so viel Bewegungsfreiheit überlassen, wie den Konkurrenten Altair (Assassin’s Creed) und Lara Croft (Tomb Raider). Während diese sich als Free-Climber üben, hangelt sich der Prinz über leicht ersichtliche Simse, springt von Säule zu Säule, um am Schluss über eine Blumenranke nach ganz oben zu kommen.

PoP_S_075.jpgAber nicht nur bei den Hüpfeinlagen hat der neue Prinz dazugelernt, denn auch in den Kämpfen hat er sich so einige neue Taktiken angeeignet. Mit gezielt eingesetzten Komboattacken, die sich aus allen Bereichen - Angriffe mit dem Krallenhandschuh, dem Schwert, Elika oder Akrobatik - zusammensetzen.
PoP_S_074.jpgGekämpft wird nun aber nicht mehr gegen Gruppen sondern immer nur gegen einzelne Gegner. Das ist längst nicht mehr so spannend, weil sich diese Gegner immer nur vier Schemata von Angriffen bedienen und die Kämpfe kaum Spannung bieten, da mit einigen einfachen Angriffen zum richtigen Zeitpunkt und getimten Blocks das dunkle Vieh schnell an die Wand bzw. den Abgrund gedrängt ist und dort automatisch mit Stoß des Prinzen vernichtet wird. Einzig die vier Abgesandten Ahrimans haben etwas mehr zu bieten und wehren sich verbissen.

1000 und eine Nacht
PoP_S_046.jpgWie ein Märchen scheint nicht nur die Geschichte von Prince Of Persia zu sein, denn auch die persische Architektur und die liebevollen Landschaften kreieren ein Gefühl, als wäre man wirklich im Orient unterwegs. Nach der Heilung eines „fruchtbaren Gebietes“ erstrahlt der zuvor eisige Ort; Wiesen erblühen und die Farben kehren an die Wände zurück.
Prince Of Persia Screen1.jpgAber auch die von Dunkelheit besudelten Gebiete haben ihren gewissen Reiz, da ist es schon fast langweilig durch immer gleiche idyllische Graslandschaften mitten in der Wüste zu turnen, denn Abwechslungsreichtum besteht nur zwischen den vier verschiedenen Zonen. Innerhalb dieser Zonen unterscheiden sich die jeweils vier „fruchtbaren Gebiete“ nicht oder nur kaum voneinander. Schön anzuschauen sind sie aber allemal, ob dunkel, oder hell, arabischen Zauber verbreiten sie trotzdem.

PoP_S_039.jpgAbwechslungsreich sind auch die Gegner nicht unbedingt, denn außer den vier Gesandten Ahrimans gibt’s nur noch das Fußvolk, die Soldaten, die hin und wieder einfach so in der Spielwelt auftauchen und mit zwei, drei Schwertstößen und einem Handschuhhieb schnell kaputtgehauen sind.
Insgesamt gibt es also fünf Gegnerklassen: PoP_S_035.jpgDen Soldaten (von dem es zwar äußerlich drei Variationen gibt, aber vom Kampf her nur die eine), den Alchemisten, der mit seinen Dunkelheits-Tentakeln nach dem Prinz greift, die Konkubine, die sich hin und her teleportiert (und nicht gerade mit ihrer Schönheit den Prinz zu bezirzen vermag), den Jäger, der einfach nur flink auf seinen Gegner draufhaut und den Krieger der nur in Abgründe gestoßen oder unter Säulen begraben werden kann.
PoP_S_050.jpgIn den Kämpfen wechseln die Gegner dann auch noch zwischen vier Haltungen. In einer ist er nur durch Magie antastbar, in der anderen nur durch das Schwert, in der dritten nur durch den Handschuh und in der vierten eben durch alles. Bringt trotzdem keine taktische Umstellung rein, weil einfach nur einer von drei Knöpfen gedrückt werden muss, um das Vieh wieder in die Grundstellung zu befördern und ordnungsgemäß abzuschlachten.

Und wenn sie nicht gestorben sind …
PoP_S_029.jpgBegehbar sind aber nicht alle fruchtbaren Gebiete von Anfang an, denn um sie zu erreichen (ja, die Architekten haben sie bewusst auf die Spitzen von Türmen oder andere schwer erreichbare Orte gebaut) muss Elika auf vier verschiedene Kräfte des Gottes Ormazd zugreifen, für die sie Lichtkugeln benötigt, die nach der Heilung eines Gebietes auftauchen.
PoP_S_023.jpgSo muss der Spieler - alias „Prinz, der keiner ist“ - durch die Level turnen um die leuchtenden Bällchen einzusammeln. Jene wiederum helfen Elika, an neue Kräfte zu kommen, mit denen sie zu fruchtbaren Gebieten reisen, diese heilen und erneut Lichtkugeln einsammeln kann. Eine Zirkulation, die zwar Spaß macht, da die besuchten Orte so schön sind, als wären sie direkt einem Aquarell entsprungen, im Laufe des Spiels jedoch ein wenig monoton wird.
PoP_S_038.jpgZwischendurch bereiten dann auch noch die Wortgefechte von Prinz und Prinzessin Freude und zaubern ein Schmunzeln ins Gesicht. So schließen wir also dieses Märchenbuch, das uns in eine zauberhafte Welt voller bizarrer Kreaturen und Wiederholungen entführt.

PoP_S_021.jpgTechnisch ist der neue Teil der Prince Of Persia Reihe ebenso ein Unikum. Ein dezenter Comic-Look lässt die ganze Welt gezeichnet erscheinen. So entsteht das Gefühl, in einer gezeichneten Welt unterwegs zu sein. Die Texturen sind dennoch scharf und die Effekte und Charaktere, besonders aber die Dämonen, beeindrucken.
PoP_S_024.jpgHardwarehungrig ist das Spiel nicht besonders - es setzt zwar zeitgemäße Hardwareausrüstung voraus, aber keine High-End Komponenten - und läuft ruckelfrei auf modernen Systemen. Der Sound ist ebenso gelungen, wie die grafische Aufmachung. Geräusche wie Schwertgeplänkel sind realistisch und besonders die Musik, die von Inon Zur komponiert wurde, der schon für Crysis den Soundtrack lieferte, verstärkt den Märchen-Look noch - Die Atmosphäre wird dadurch noch um ein zusätzliches Maß an Perfektion bereichert. Die Synchronsprecher sind durch und durch perfekt. Der Prinz selbst wird von Simon Jäger gesprochen, der auch Heath Ledger seine Stimme lieh.

Fazit:
PoP_S_014.jpgDer Märchenabschluss „Und wenn sie nicht gestorben sind …“ passt im Falle Prince Of Persia ausgezeichnet. Einerseits, weil das Spiel ein Märchen im orientalischen Setting, voll der skurrilen, witzigen, charmanten Charaktere und dämonischer Monster ist, andererseits, weil der Prinz nun mal nicht sterben kann.
pop_ca_006.jpgImmer wenn er in den Abgrund fällt, immer wenn er von einem Biest zu Matsch zermalmt werden würde, reicht ihm Elika ihre helfende Hand. Dann hat zwar auch der Gegner ein wenig Zeit, seine Lebenskraft zu regenerieren, was den Sieg dann jedoch nur hinauszögert, da der Prinz selbst keine Lebensanzeige hat. Das nimmt zwar Sterbefrust, gestaltet das Spiel dann aber doch relativ einfach, weil kein Risiko zu groß ist, denn: Elika ist ja da. Die Suche nach einem Weg ist wegen Elikas magischem „Wegfindungs-Licht“ auch relativ anspruchslos geworden. Dennoch spielt sich der Prinz wunderbar. Die Steuerung ist intuitiv; keine Kameraprobleme verstellen die Sicht auf das Geschehen, und die Welt ist schlicht atemberaubend und schickt einen auf die zauberhafteste Reise seit langem in einem Computerspiel.

Wertung
9
10
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10
7
8

Wunderschöne Welt mit tollen Charakteren, viel Charme, dem Zauber des Orients und einem der dramatischsten und atemberaubendsten Enden überhaupt. Die Story ist hui, während aber die Spielmechanik selbst eher mau ausgefallen ist, da sich die Spielelemente einfach zu oft wiederholen.

Wertung wird angezeigt
9

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Auf einen Blick: Die Wertung
Grafik
9
85

Wunderschöne Welt mit tollen Charakteren, viel Charme, dem Zauber des Orients und einem der dramatischsten und atemberaubendsten Enden überhaupt. Die Story ist hui, während aber die Spielmechanik selbst eher mau ausgefallen ist, da sich die Spielelemente einfach zu oft wiederholen.

Sound
10
Steuerung
7
0
Atmosphäre
10
Motivation
7
Bunnyfaktor
8

Kommentare

Gutes Review zu einem guten Spiel. Ich mag es, auch wenn es nicht so gut wie die Spiele davor war.