„Aftershock“ ist ein Film, bei dem der geneigte Dogma 95 Filmfreund die Hände über dem Kopf zusammen schlagen und das Kino rückwärts mit schnellen Schritten hinauseilen würde: Ein Vulkanausbruch überflutet eine beschauliche Kleinstadt in Britisch-Kolumbien mit alles vernichtender Lava, mittendrin überlebenswillige Menschen, die versuchen, einen Weg aus dem Albtraum zu finden.
Tanklaster explodieren, Erdbeben lassen Brücken einstürzen, unzählige Menschen finden den Tod. Mittendrin Du: In einem gewöhnlichen Auto schrammst Du haarscharf an einem anderen Auto vorbei, nimmst die Auffahrt ins Parkhaus, weichst dort herabfallenden Betonblöcken aus, legst einen saftigen U-Turn hin - und entkommst schließlich der Katastrophe, indem Du die direkte Abkürzung über eine Rampe nimmst, die auf dem obersten Stockwerk des Parkhauses wartet. Zwanzig Flugsekunden später krachst Du mit dem Wagen in ein Werbeplakat – unbeschadet. Cut. Die Szene ist im Kasten.
Was sich nach feinstem No-Brainer B-Movie anhört, ist für Dich harte Knochenarbeit. In „Stuntman Ignition“ geht’s als Stuntman in zahlreichen fahrbaren Untersätzen, u.a. Motorräder, Monstertrucks oder einfache Wagen, auf die actionreiche Piste, um möglichst spektakuläre Stunts hinzulegen. Wenn der Regisseur brüllt „lege einen U-Turn hin, schramme anschließend am Auto vorbei“, müssen die Stunts in Formvollendung ausgeführt werden. Für jeden halbwegs gelungenen Stunt gibt’s Punkte, die Belohnungen bringen, wie Farblackierungen oder besondere Auszeichnungen. Sind alle Stuntsequenzen im Kasten, gibt’s zur Belohnung den Trailer des Films, in dem die mit viel Schweißarbeit ausgeführten Stunts malerisch aufbereitet sind.
„Stuntman Ignition“ macht jede Menge Spaß. Die Steuerung ist einfach und gut umgesetzt, die Stuntkombinationen sind zumeist fordernd, lassen sich jedoch – mitunter erst nach unzähligen Anläufen – meistern. Einzig diese Wiederholungsarbeit nagt an der Motivation, die Stuntabläufe zu perfektionieren. Da braucht’s eine gute Portion Ausdauer - oder den punktereduzierten „Einfach-Modus“ -, um am Ball zu bleiben – aber was wäre schon ein Stuntman ohne Ausdauer? Wohl so viel wie ein B-Movie ohne anständige Explosionen, Stunts und Verfolgungsjagden.
Actionreiche Kurzweil.