Split Second: Velocity

Split Second: Velocity
Hätte mir jemand vor rund 15 Jahren gesagt, „Destruction Derby“ (Psygnosis, 1995) sei erst der Anfang einer zahlenmäßig überschaubaren Reihe von Games, die die Zerstörung von Kontrahenten als konstituierendes Spielelement vorstellen und 2010 in „Split Second: Velocity“ ihren zeitweiligen Höhepunkt finden, ich hätte das nächste Wurmloch gesucht und mich in die ferne Zukunft gebeamt, um dieses Kleinod zu spielen. Denn „Split Second: Velocity“ hält, was der Marketingsprech verspricht: explosive Arcade-Rennaction ohne wenn und aber – und hier darf das Adjektiv „explosiv“ wahrlich wörtlich genommen werden.

Hätte mir jemand vor rund 15 Jahren gesagt, „Destruction Derby“ (Psygnosis, 1995) sei erst der Anfang einer zahlenmäßig überschaubaren Reihe von Games, die die Zerstörung von Kontrahenten als konstituierendes Spielelement vorstellen und 2010 in „Split Second: Velocity“ ihren zeitweiligen Höhepunkt finden, ich hätte das nächste Wurmloch gesucht und mich in die ferne Zukunft gebeamt, um dieses Kleinod zu spielen. Denn „Split Second: Velocity“ hält, was der Marketingsprech verspricht: explosive Arcade-Rennaction ohne wenn und aber – und hier darf das Adjektiv „explosiv“ wahrlich wörtlich genommen werden.

Die Hintergrundstory von „Split Second: Velocity“ ist schnell erzählt: Hinter das Steuer des Rennwagens geht’s als Darsteller einer fiktiven Fernsehserie, die sich besonders durch eines auszeichnet: jede Menge explosiven Schmackes. Bestehend aus elf Staffeln, die sich wiederum in einzelne Renn- und Überlebensevents unterteilen, geht’s im Karrieremodus darum, als Protagonist der Serie in zahlreichen Rennen zu bestehen, dem Sprengwerk eines Helikopters auszuweichen oder einem wildgewordenen Truck in „Terminator“-Manier die eigene Durchhaltefähigkeit zu beweisen.

Wo die Herrschaften von „Alarm für Kobra 11“ nur müde mit dem Fuchsschwanz wedeln, packt „Split Second: Velocity“ Explosion über Explosion, lässt ganze Flugzeugträger versinken, pulverisiert riesige Industrieanlagen zu Staub und ändert per simplem Druck aufs Gamepad somit gar den Streckenverlauf. Um solche rennbeeinflussenden Möglichkeiten freizuschalten, muss eifrig gedriftet, im Windschatten des Gegners und gesprungen werden. Jedes dieser Spielevents erhöht die Energieleiste, die den Status der „Powerups“ repräsentiert.

Jene „Powerups“ unterscheiden sich in „Powerups“ der ersten und zweiten Gattung. Lassen die ersten „Powerups“ nur kleine Gebäude explodieren oder Gegenstände auf die Rennstrecke fallen, so geben die „Powerups“ der zweiten Sorte richtig Gummi: Ist durch eifriges Driften, Springen oder Windschattenfahren die Energieleiste bis obenhin gefüllt, lassen sich per Knopfdruck – und Gelegenheit – mittelgroße Katastrophen auslösen. Sinn macht das Ganze natürlich, wenn’s um die Wurst geht, wenn der Computergegner mal wieder am Horizont verschwindet und man sich wünscht, weitere Möglichkeiten, als nur Motorkraft einsetzen zu können.

Mit „Split Second: Velocity“ bringen die „Pure“-Macher von „Black Rock Studio“ das Spielprinzip „mach‘ den Gegner platt, wo Du nur kannst und lass‘ es richtig krachen“ beinahe zur Perfektion: Im Spiel knircht’s, kracht’s und rumpelt’s, dass es eine Freude ist. Liegt der Gegner allzu weit vorne, so tröstet die Gewissheit, dass er gleich mit dem nächsten Powerup richtig eins auf seine Motorhaube bekommt. In seinen Möglichkeiten ist das Spiel wohltuend einfach: Anders als in „Burnout Paradise“ wird in „Split / Second“ keine freie Welt vorgegaukelt und auch das leidliche Herumgepimpe am fahrbaren Untersatz ist hier kein Thema. Beinahe jedes erfolgreiche Rennen wird in „Split Second: Velocity“ mit einem Schmankerl belohnt. Mal gibt’s einen neuen Rennboliden mit besserer Beschleunigung, mal wird eine neue Strecke freigeschaltet.

Negativ fällt die mittelmäßige Lokalisation des Spieles auf: Der Sprecher der – rudimentären – Serieneinleitungen hört sich an, als wolle er mit gehobener Betonung endlich den Sprung aus der Synchronisation von Radiowerbespots, rein ins B-Movie Geschäft vollziehen. Auch die eindimensionale musikalische Untermalung („uffta-uffta-bumm-bumm“) und die unausgewogene Intelligenz der Computergegner trüben das Gesamtbild. Rasen zu Beginn eines Rennens die Gegner zumeist mit scheinbarem Raketenantrieb davon, so bietet sich zumeist auf der Hälfte der Rennzeit die Möglichkeit, die Gegner zu pulverisieren. Anschließend geht’s dann wieder um Kopf und Kragen, sprich: es geht darum, den Angriffen der Gegner auszuweichen. Diese Taktik, die man mit sehr viel gutem Willen als Gameplay Element durchgehen lassen könnte, erweckt schließlich den Eindruck, es nicht gegen schlaue, (halbwegs) echte Gegner aufzunehmen, sondern gegen Marionetten mit übersinnlichen Fähigkeiten antreten zu müssen.

Abgesehen von diesen kleinen Schnitzern bannt „Splite Second: Velocity“ jede Menge Spielspaß auf die Mattscheibe. Der Hammer ist der SplitScreen Modus, den das Spiel mitbringt: Endlich darf ich wieder gegen Freundinnen und Freunde an einer Konsole an den Start gehen – und meinen Kontrahenten jede Menge explosives Gut vor die Reifen werfen.

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Spaßiges Explosivrennspiel mit Abzügen in der B-Note.

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Spaßiges Explosivrennspiel mit Abzügen in der B-Note.